Panorama

Internationaler Lesewettbewerb für Frieden – deutsche Bücher für ungarische Jugendlichen

Vier deutschsprachige Jugendbücher über Alltagsthemen: ein gutes Mittel nicht nur zur Förderung der Lust am Lesen, sondern zum Praxis einer demokratischen Diskussions- und Konsensfähigkeit. Der internationale Lesewettbewerb „Lesefüchse“ stellt den Gedanken ins Zentrum, durch die Arbeit mit authentischer deutscher Literatur die interkulturelle Kompetenz zu schulen. Außerdem ermöglicht es den jungen DaF-Lernenden, ihre Fähigkeit entwickeln zu lassen und einen eigenen Standpunkt leichter zu vertreten.

Vier Bücher, ein Schuljahr und Begegnungen mit Gleichaltrigen im Rahmen von Schul-, Regional- und Finalrunden – das ist das Projekt, das in Ungarn seit vielen Jahren mit Erfolg veranstaltet wird. Die Wettbewerbsbücher in diesem Jahr gingen um Alltagsthemen und um den Herausforderungen der modernen Welt. Die Jugendlichen mussten u.a. das Werk von Manfred Theisen „Checkpoint Europa” lesen, das sich mit der Migration aus ganz persönlichen Perspektiven beschäftigt. Die sind Probleme, die für die Teilnehmer nicht fremd sind:

„Die Bücher fand ich wirklich interessant, ich habe eine gute Zeit mit dieser Lektüre verbracht. Dank solcher Wettbewerbe kann man sich sehr viel entwickeln. Hier konnte man auch lernen, wie man diskutiert, und hat daneben viele Anregungen bekommen” – so erklärte sich der Budapester Zeitung Márk Dominkovits, vom Evangelisch-Lutherischen Dániel-Berzsenyi-Gymnasium und Internat Ödenburg/Sopron, der es bis ins Landesfinale geschafft hat.

Seine Diskussionspartnerin Enikő Czentnár vom Ágoston-Trefort-Gymnasium der Lóránt-Eötvös-Universität Budapest erinnert sich so: „Letztes Jahr war ich bereits hier und ging mit einem Stipendium des Pädagogischen Austauschdienstes PAD nach Hause. Ich genieße es dabei, die deutsche Sprache zu benutzen. Man lernt, wie man argumentiert, und erkennt dabei, welche Gedanken wirklich wertvoll sind.”

 

Foto: budapester.hu

 

Wer nimmt am Wettbewerb teil?

Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler besuchen die neunten bis zwölften Klassen an Sprachdiplomschulen, die zum Deutschen Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz führen. Das erste Finale fand 2008 in Russland statt. Inzwischen beteiligen sich Schülerinnen und Schüler von DSD-Schulen in Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Georgien, der Mongolei, Russland, Belarus, Lettland, Litauen und Estland daran. Die Siegerinnen und Sieger aller beteiligten Länder beziehungsweise Regionen nehmen am internationalen Finale teil. Im Schuljahr 2017/2018 stehen folgende Werke auf dem Programm:

  1. „Echt“ von Christoph Scheuring (wird ins nächste Jahr mitgenommen)
  2. „Checkpoint Europa“ von Manfred Theisen
  3. „Der Drohnenpilot“ von Thorsten Nesch
  4. „Miese Opfer“ von Silas Matthes

(Via: budapester.hu, pasch-net.de/de/, Beitragsbild: pasch-net.de, andere Fotos: pasch-net.de/de)