Kultur

Landesgala am Tag der ungarndeutschen Selbstverwaltungen

Um den Jahrestag der Gründung der ersten deutschen Nationalitätenselbstverwaltungen im Jahre 1994 feierlich zu begegnen, organisierte die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen am 13. Januar im Kodály Zentrum zu Pécs (Fünfkirchen) eine mit Preisverleihung verbundene Gala. Förderer der Veranstaltung war das Bundesministerium des Innern der Bundesrepublik Deutschland.

Otto Heinek (l.), Vorsitzender der LdU; Elisabeth Ellison-Kramer (2.l.), Schirmherr Botschafterin der Republik Österreich in Ungarn; Ehrennadel-Preisträger Hartmut Koschyk (2.r.) und Volkmar Wenzel (r.), Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Ungarn beim Landesgala (Foto: Péter Máy)

Der Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Otto Heinek sprach in seiner Grußansprache darüber, dass das Wahljahr 2018 ein besonderes Jahr werde, da die Ungarndeutsche mit einem Abgeordnetenmandat ins Parlament kommen wollen. „Auch mit einem Abgeordneten würden wir uns im Parlament für die Bildung der Jugend, für die Pflege der Kultur und für europäische Werte einsetzen”, betonte der Vorsitzende.

Schirmherr und Festredner der Landesgala war Volkmar Wenzel, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Ungarn. Es sei erfreulich, dass Ungarn die Ungarndeutschen respektiere, denn Minderheiten verdienten einen besonderen Schutz, weil diese Vielfalt ein Wert sei, hob der Botschafter in seiner Ansprache hervor. „Die Zukunft in Europa sehen wir ja gerade darin, die Grenzen, um die jahrhundertelang gekämpft wurde, zu überwinden und Brücken zu bauen zwischen Ungarn, Deutschen und darüber hinaus. Wer könnte daran besser arbeiten als die Ungarndeutschen.”, so Wenzel.

Die höchste Auszeichnung der Ungarndeutschen, die „Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum” wurde auf der Landesgala an drei Persönlichkeiten überreicht. Für den jahrzehntelangen Einsatz für die deutsche Gemeinschaft in Ungarn erhielten Hartmut Koschyk (Berlin, Deutschland), Bundestagsabgeordneter, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten; Josef Oszvald (Városlőd/Waschludt, Ungarn), pensionierter Pädagoge, Schulleiter, dem ungarndeutschen Bildungswesen verpflichteter Bildungsexperte und Maria Schőn (Hajós/Hajosch, Ungarn), pensionierte Pädagogin, Volkskunde- und Mundartforscherin, Chorleiterin die Auszeichnung.

Im Rahmen der Gala wurde der „Valeria-Koch-Preis” bereits zum 15. Mal übergeben. Den Preis können Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen, die eine exzellente schulische Leistung an den Tag gelegt haben und sich für die Pflege des ungarndeutschen Kulturerbes besonders engagiert einsetzen; sowie eine Hochschulabsolventin bzw. ein Hochschulabsolvent für eindrucksvolle Diplomarbeit über ein ungarndeutsches Thema erhalten. 2018 haben den Preis Matthias Markus Czigány (Valeria-Koch-Gymnasium Pécs/Fünfkirchen), Sonja Nagy (Deutsches Nationalitätengymnasium Budapest) und Sandra Holczinger (Eötvös-Loránd-Universität Budapest) übernommen.

via zentrum.hu; Foto: Péter Máy – offizielle Facebook-Seite der LdU/MNOÖ