Kultur

Ungarn gedachte mit einem Roma-Musical seinen Helden in Berlin

Die Botschaft von Ungarn in Berlin hat am 23. Oktober anlässlich des ungarischen Nationalfeiertages zu einer Theateraufführung eingeladen. Jedes Jahr erinnern sich die Ungarn an die Freiheitskämpfe von 1956, wo mutige Menschen gegen die Unterdrückung des Kommunismus auf die Straßen gegangen sind. Diese waren einfache Leute und viele von denen gehörten der Roma Minderheit an.

Der ungarische Minister für Humanressourcen, Zoltán Balog bei seiner Festrede in Berlin (Foto: Gyula Bartos – Emmi/MTI)

Der ungarische Minister für Humanressourcen, Zoltán Balog stellte diese Roma Helden in den Mittelpunkt der Feierlichkeiten von 2017 in Berlin. Für die Roma sei es selbstverständlich gewesen, dass Sie sich für die Freiheit einbringen, betonte der Minister. Sie haben das Motto des Aufstands gehört: „Wer Ungar ist, ist mit uns!” und sie wussten, dass diese Worte auch an sie gerichtet seien. Denn sie seien sowohl Ungarn als auch Roma, unterstrich er in seiner Festrede. Balog hob auch einzelne Geschichten dieser Frauen und Männer hervor. Unter anderem sprach er über Károly Strausz, der eine Widerstandsgruppe in Budapester Soroksár organisiert hat. Die Truppe von dem als „Zigeuner Karesz” bekannten Freiheitskämpfer hielt bis zum 11. November durch. Sie waren die Letzten, die die Waffen niedergelegt haben.

Der Vizepräsident des 18. Bundestages, Johannes Singhammer bei seiner Festrede in Berlin (Foto: Gyula Bartos – Emmi/MTI)

Der Vizepräsident des 18. Bundestages, Johannes Singhammer sprach in seiner Festrede über den ungarischen Beitrag zur Wiederauferstehung Europas und der Wiedervereinigung Deutschlands.

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma bei seiner Festrede in Berlin (Foto: Gyula Bartos – Emmi/MTI)

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma lobte die ungarische Regierung, dass sie anlässlich des Nationalfeiertages ihre Solidarität gegenüber dieser Minderheit in dieser Form zum Ausdruck bringe. In Zeiten, wo die Roma in vielen Europäischen Ländern rassistische Zwischenfälle und Diskriminierung erleiden müssen, sei das gemeinsame Entgegenhalten sehr wichtig, betonte Rose.

Aufführung des Roma-Musicals „Somnakaj” am 23. Oktober 2017 in Berlin (Foto: Gyula Bartos – Emmi/MTI)

Um die Vielseitigkeit, die Kreativität und die Traditionen der Roma-Welt, aber auch typische Zigeunerschicksale vorzustellen, brachte Ungarn „Somnakaj”, das Roma-Musical nach Berlin, was durch bedeutende Vorbereitungsarbeit bekannter ungarischer Autoren und Künstler entstand. Die Aufführung war das Aufeinandertreffen von Konzert und Theater, Tanz und Literatur, traditioneller bildender Kunst, Traditionserhaltung, sowie modernen künstlerischen Ausdrucksformen. „Somnakaj“ ist eine echte Freude an Musik, was das Publikum auch nach dem Stück mit sich nehmen konnte. Dank dieser Stimmung entstand auch im Foyer des Theaters am Kurfürstendamm in Berlin ein spontaner gemeinsamer Tanz.

Mit der finanziellen Unterstützung und der Schirmherrschaft des Ministeriums für Humanressourcen, sowie von Minister Zoltán Balog ging „Somnakaj“ auf eine Tournee von 10 Stationen durch ganz Ungarn. Dank dieser Unterstützung wird es auch im Ungarischen Nationaltheater aufgeführt.

via berlin.mfa.gov.hu; Foto: Gyula Bartos – Emmi