Kultur

Volkstrauertag auf dem Soldatenfriedhof in Budaörs

Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Ungarn, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Botschaft Budapest, deutsche und ungarische Militärangehörige, kirchliche Würdenträger, Überlebende des Holocausts, Mitglieder der Vereinigung jüdischer Gemeinden in Ungarns sowie Vertreter der Zivilgesellschaft trafen sich zum Volkstrauertag am 19. November auf dem Soldatenfriedhof in Budaörs, um den Opfern von Kriegen und Gewaltherrschaft zu gedenken. Bis heute haben über 16.300 Tote hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. 1998 wurde auf dem Soldatenfriedhof auch ein Friedenspark mit insgesamt 674 Bäumen errichtet.

Im Anschluss legte Botschafter Wenzel am großen Kreuz des Militärfriedhofes einen Kranz nieder (Foto: Deutsche Botschaft Budapest)

Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Ungarn, Volkmar Wenzel machte in seiner Rede am Volkstrauertag darauf aufmerksam, dass es noch immer in vielen Teilen der Welt Krieg, Gewaltherrschaft und Terror gebe. 2017 habe der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge seine Bildungsarbeit unter das Leitbild „Krieg und Menschenrechte“ gestellt. „Gerade den jüngeren Generationen wollen wir die Lehre, die wir aus den Kriegen gezogen haben, vermitteln: Ob Juden, Christen oder Muslime, ob Deutsche oder Ungarn, Frauen, Männer und Kinder: Wir alle haben als Menschen unsere Rechte und wir müssen die Rechte unserer Mitmenschen achten“, erklärte der Botschafter. Sein Maßstab sei: „Alle sollen ihr Leben leben können – miteinander, in Frieden und gegenseitiger Achtung.“

Der Präsident von Mazsihisz – der Vereinigung der Jüdischen Gemeinden in Ungarn – András Heisler erinnerte in seiner Rede daran, dass im Tod, unmittelbar vor Gott, all gleich seien. Er sprach über Günter Grass und Imre Kertész, die beide den Literaturnobelpreis erhalten hätten, weil sie der Menschheit geholfen hätten, das zu verarbeiten, was nicht verarbeitet werden könne. „Versöhnung zwischen Nationen, ist die Anerkennung des Schmerzes des anderen, was nicht seine Relativierung ist“, erklärte der Präsident. „Und nein, wir werden niemals die Mörder und ihre Opfer zusammen beweinen. Wer aber nicht erkennt, dass das moderne Deutschland heute nicht mehr das ist, was es einst gewesen ist, macht einen Fehler. Die Geschichte lehrte uns, die anderen nicht zu hassen“, so Heisler.

via budapest.diplo.de; Foto: orszagalbum.hu