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Das ungarische „Kartoffelwunder“, das 1000 Namen hat

Zsófia Nagy-Vargha 2021.03.20.

„Bandurák, bere, beré, berét, berhe, bramborák, cicedli, cicege, enge-menge, görhöny, hadi rántotta, harula, huláble, kremzli, krumplibaba, krumplimálé, krumpliprósza, lapcsánka, lapotya, lapotyka, lapsi, lepcsánka, lepkepotyi, mackó, macok, matutka, nyist, picskedli, plácki, ragujla, recsege, röstiburgonya, rösztike, taccs, tócsi, toksa“. Ich denke, wir können mit Sicherheit sagen, dass unser Gericht, das vor allem als „Tócsi“ bekannt ist, über die meisten Namen von allen ungarischen Gerichten verfügt. (In Deutschland wird es am meisten Kartoffelpuffer oder Reibekuchen genannt). Dieses internationale Gericht wird aus rohen, geriebenen Kartoffeln mit Mehl, Fett oder Öl zubereitet.

Der Ursprung von „tócsi“ ist unbekannt, aber wegen seines „Verwandten“, „lapcsankka“, der vom slowakischen Wort chliebčanka stammt, wird es als ein „Hochlandgericht“ angesehen. Die Zubereitung, das Servieren und die Form variieren von Land zu Land. Während es in den meisten Ländern als Beilage interpretiert wird, funktionert „Tócsi“ bei uns als ein Hauptgericht, das ähnlich wie unser „Lángos“ auch mit saurer Sahne und Knoblauch serviert wird.

Es kam für gewöhnlich auf den Tisch der ärmeren Menschen, da es günstig zubereitet werden kann. Es besteht praktisch aus einer Mischung von Kartoffeln und Mehl. Der größte Unterschied zwischen „Tócsi“ und „Lapcsánka“ ist, dass sie unterschiedlich gebacken werden. Während „Tócsi“ in einer Pfanne als Pfannkuchen mit wenig  Fett gebacken wird, wird „Lapcsánka“ in reichlich Öl hergestellt.

Die Tatsache, dass wir dieses einfache Essen anders und reichhaltiger zubereiten, als ein  ähnliches Gericht in den angelsächsischen Gebieten, zeigt sich auch darin, dass es bei den ungarischen Sommerfestivals das meistverkaufte Gericht ist. Es ist ziemlich das gleiche wie das englische „hash brown“, auch wenn die englische Variante eher zum Frühstück konsumiert wird.

 

Tócsi – Rezept
Zutaten

450 g Kartoffeln (geschält)
4 TL Sauerrahm
1 Ei
5 EL Mehl
1-2 Knoblauchzehen
Pfeffer
Salz
Öl oder Fett zum Braten

Die geschälten rohen Kartoffeln auf einer großen Lochreibe reiben. Die anderen Zutaten einrühren. Wenn die Kartoffeln zu viel „Saft“ herauslassen, können Sie mehr Mehl dazugeben.  (Oder: wenn die Kartoffeln nicht sofort verarbeitet werden, empfiehlt es sich, sie vorher auszudrücken). Eier, Mehl, Salz und Pfeffer hinzugeben, alles mit den Händen gut durchkneten. Mit einem Esslöffel kleine Haufen ausmessen, zu runden „Scheiben“ flach drücken, diese in heißem Öl oder Fett goldbraun anbraten.

Es kann als Beilage serviert werden, ist aber auch an sich köstlich, mit etwas Käse oder einem Sauerrahm-Dip.

(geschrieben von Adrienn Vass, übersetzt von Ungarn Heute, Fotos: Péter Csákvári)