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Brennholz wird wieder zu einer wetvollen Ressource

MTI - Ungarn Heute 2022.08.10.

Aufgrund der durch den Krieg in der Ukraine und die EU-Sanktionen verursachten Energiekrise wird die ungarische Regierung ein Exportverbot für Energieträger, darunter auch Brennholz, verhängen. Die Regierung werde die Ausfuhr von Brennholz kontrollieren, das für die Sicherheit der Energieversorgung von strategischer Bedeutung sei, sagte Landwirtschaftsminister István Nagy.

In einer Erklärung, die MTI am Dienstag zugesandt wurde, wies der Minister darauf hin, dass der anhaltende Krieg zwischen Russland und der Ukraine und die von Brüssel verhängten Sanktionen zu einer Energiekrise in Europa geführt haben. Brüssel hat eingeräumt, dass es eine Gasknappheit gibt, und könnte den Mitgliedsstaaten sogar Gasbeschränkungen auferlegen. Auch in Ungarn herrscht ein Energienotstand und es sind außerordentliche Maßnahmen erforderlich, um die Energieversorgung der ungarischen Familien sicherzustellen. Die Regierung kauft nicht nur neue Gasreserven und erhöht die Gasproduktion, sondern ergreift auch Sofortmaßnahmen, um die Ausfuhr von Brennholz ins Ausland zu kontrollieren, zu regulieren und gegebenenfalls zu verbieten, um die Versorgung mit heimischen Brennstoffen sicherzustellen“, so István Nagy weiter.

Nach dem neuen Erlass sind Organisationen und Einzelpersonen, die Brennholz exportieren, verpflichtet, das Nationalamt für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette (NÉBIH) über alle geplanten Verkäufe ins Ausland zu informieren, das wiederum das Landwirtschaftsministerium unterrichtet. Besteht die Notwendigkeit, die ungarische Bevölkerung und die öffentlichen Behörden mit dem Holz zu versorgen, das der Anmelder ins Ausland zu verkaufen beabsichtigt, wird die Regierung von ihrem Ankaufsrecht gemäß einem neuen Erlass Gebrauch machen und das Holz über den designierten staatlichen Forstverwalter für inländische Zwecke erwerben“.

Es ist sehr wichtig, dass es sich nicht um ein generelles Verbot handelt, sondern um eine Notverordnung, um den Energiebedarf des ungarischen Volkes zu decken,

schloss István Nagy. Die Bestimmung sieht vor, dass das gekaufte Brennholz verwendet wird, um die ununterbrochene Erbringung öffentlicher Dienstleistungen durch den Staat und die Gemeinden zu gewährleisten.

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Der Minister erinnerte daran, dass Holz als erneuerbare Energiequelle aus nachhaltiger Landwirtschaft eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung der von ungarischen Familien benötigten Heizenergie spielt. Die jährliche Nettoproduktion von Holz aus den heimischen Wäldern liegt bei etwa 6,5 Millionen Kubikmetern, was weniger ist als der jährliche natürliche Zuwachs der Wälder, so dass das Land langfristig auf nachhaltig verfügbares Holz zählen kann. Allein in diesem Jahr dürfen die staatlichen Forstbetriebe zusätzlich 1,3 Millionen Kubikmeter Brennholz ernten, was dank der Notmaßnahmen und der ordnungsgemäßen behördlichen Kontrolle ohne das Risiko von Waldschäden gesteigert werden kann“, so der Leiter des Landwirtschaftsministeriums.

(Via: MTI, Titelbild: Pixabay)