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Budapost: Notstand soll verlängert werden

Ungarn Heute 2021.04.23.

Ein linker Kommentator wirft der Regierung vor, mit der geplanten Verlängerung ihrer Sondervollmachten der Opposition den Wahlkampf für die Parlamentswahlen im kommenden Jahr erschweren zu wollen. Presseschau von budapost.de. 

Die Regierung hat dem Parlament einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der eine Verlängerung des Gesundheitsnotstands bis Ende September vorsieht. Zur Begründung verweist das Kabinett auf Gefahren, die von neuen und ansteckenderen Coronavirus-Mutationen ausgehen. Die Oppositionsparteien kündigten ihr Nein zu der Initiative an. Dessen ungeachtet können die Regierungsparteien das Vorhaben mit Hilfe ihrer Zweidrittelmehrheit vom Parlament verabschieden lassen.

Corona-Notstand könnte bis zum Herbst dauern
Corona-Notstand könnte bis zum Herbst dauern

Am späten Dienstagabend hat Ungarns Justizministerin ein Gesetzesentwurf eingereicht, der den Corona-Notstand bis zum 15. Tag nach Beginn der Herbstsitzung des Parlaments verlängern soll, schreibt die oppositionelle Webseite Magyar Narancs. Dies könnte praktisch Ende September bedeuten, da das Parlament in der Regel Mitte des ersten Herbst-Monats mit der Sitzung beginnt. Regierungsverordnungen im Zusammenhang mit dem […]Continue reading

In Népszava wirft Csaba Markotay dem Kabinett Doppelzüngigkeit beim Umgang mit der Pandemie vor: Einerseits beginne die Regierung, die Pandemiebeschränkungen zu lockern und Kindergärten, Grundschulen sowie die Terrassen von gastronomischen Einrichtungen zu öffnen, andererseits plane sie eine Verlängerung des „Gesundheitsnotstands“, der sie ermächtige, die Ausübung politischer Rechte einzuschränken. In Wahrheit wolle die Regierung die von den Oppositionsparteien für den Herbst anberaumten Vorwahlen behindern, argwöhnt der linksorientierte Redakteur. (Bei diesem Prozess wird die Opposition ihren gemeinsamen Spitzenkandidaten für die im Frühjahr 2022 stattfindenden Parlamentswahlen bestimmen – Anm. d. Red.) Außerdem, so Markotay, wolle die Regierung mit ihrer Initiative das Verbot von Massendemonstrationen aufrechterhalten.