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Budapost: Linke Stimme begrüßt Truppenabzug aus Afghanistan

Zsófia Nagy-Vargha 2021.04.20.
FIZETŐS

Ein altgedienter Außenpolitikexperte bezeichnet Präsident Bidens Entscheidung zugunsten eines Rückzugs aus Afghanistan als verspätet, nichtsdestotrotz aber richtig. Presseschau von budapost.de. 

Gábor Horváth begrüßt die Entscheidung der Biden-Administration, Afghanistan bis zum 20. Jahrestag der Terrorangriffe vom 11. September 2001 zu verlassen. In einem Kommentar für die linke Tageszeitung Népszava konstatiert Horváth, dass die USA nach den Anschlägen in New York und Washington zu Recht in Afghanistan einmarschiert seien, weil das Taliban-Regime der al-Qaida einen sicheren Unterschlupf geboten habe. Allerdings hätten die amerikanischen Truppen nicht so lange dort bleiben dürfen.

Außenminister: Ungarn soll der NATO-Entscheidung über den Abzug der afghanischen Truppen nachkommen
Außenminister: Ungarn soll der NATO-Entscheidung über den Abzug der afghanischen Truppen nachkommen

In Anerkennung der Tatsache, dass es keine militärische Lösung für die Herausforderungen Afghanistans gibt, haben die Alliierten beschlossen, bis zum 1. Mai mit dem Rückzug der Streitkräfte aus der Mission im Land zu beginnen, kündigte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel an. Ungarn wird der Entscheidung der NATO über einen militärischen Rückzug aus Afghanistan nachkommen, sagte […]Continue reading

Der Washington-Korrespondent der mittlerweile eingestellten Tageszeitung Népszabadság während der ersten Amtszeit von Barack Obama wirft den verschiedenen amerikanischen Kommandeuren vor, sie hätten ihre jeweiligen Präsidenten im Glauben an einen nahen Sieg gewogen. Dabei hätten sie nicht einmal eine klare Vorstellung vom Begriff Sieg in diesem Zusammenhang gehabt. Die Taliban hätten im Falle einer Gefahrensituation stets nach Pakistan ausweichen, sich dort reorganisieren und dann erneut weite Teile des Landes besetzen können, gibt der Journalist zu bedenken.

In den Augen Horváths hat es sich um einen letztendlich aussichtslosen Krieg gehandelt. Er habe 130.000 Afghanen sowie über zweieinhalbtausend alliierten Soldaten das Leben gekostet, darunter fünf Männer und zwei Frauen aus Ungarn. Horváth versucht gar nicht erst vorherzusagen, was mit Afghanistan nach dem Abzug der Nato-Truppen passieren werde.

(Titelbild: MTI – Szilárd Koszticsák)