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Budapost: Schwäche der EU – Ursache der gestiegenen Terrorismusgefahr

Ungarn Heute 2020.10.29.
FIZETŐS

Der Terrorismus sei zu einem Bestandteil des Lebens in Europa geworden, konstatiert ein linksorientierter Soziologe und macht dafür das Unvermögen der Europäischen Union verantwortlich, eine glaubwürdige Migrationspolitik zu entwickeln. Presseschau von budapost.de. 

Lajos Köteles notiert in einem Beitrag für die Tageszeitung Népszava, der Terrorismus habe sich zu einem Teil der europäischen Lebenswirklichkeit entwickelt. Der linke Sozialwissenschaftler weist „zivilisationistische“, mit Samuel P. Huntington verbundene Interpretationen zurück, die im Islam eine von Natur aus gewalttätige Religion erkennen würden. Dessen ungeachtet räumt er ein, dass Migrationsbewegungen mit erhöhten Sicherheitsbedrohungen einhergingen. Eine massenhafte Migration diene geopolitischen Interessen, stellt Köteles fest und beobachtet, dass der Islamische Staat in Europa lebende Migranten radikalisiere. Trotzdem glaubt er, dass Migranten aufgrund der sozialen Ausgrenzung sowie fehlender ökonomischer Möglichkeiten in einer sich verändernden Welt gewalttätig würden. Mit Blick auf mögliche Lösungsansätze gibt sich der Experte eher pessimistisch: Einzelne EU-Mitgliedsstaaten könnten weder die illegale Migration stoppen noch die terroristische Bedrohung verringern. Jedoch verfüge die Union auch in ihrer Gesamtheit über gar keine kohärente Migrationspolitik. Und so äußert Köteles die Befürchtung, dass die EU ohne eine praktikable gemeinsame Migrationspolitik keine Zukunft haben werde.

(Via: budapost.de, Beitragsbild: MTI/EPA/AP/Francois Mori)