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Budapost: Streit um neuerliche Lockdowns und das Impfgeschehen

Ungarn Heute 2021.03.31.

Linke Kommentatoren kritisieren die Impfstrategie der Regierung. Ein regierungsnaher Kolumnist hingegen wirft der Opposition vor, das Vertrauen in die aus dem Osten stammenden Impfstoffe zu untergraben. Presseschau von budapost.de. 

In einem Kommentar für Népszava führt János Barabás aus, die Regierung habe mit der beschleunigten Zulassung des chinesischen Sinopharm unverantwortlich gehandelt. Er selbst habe den chinesischen sowie den russischen Impfstoff zurückgewiesen und stattdessen gewartet, bis er das von den EU-Gesundheitsbehörden genehmigte Vakzin von Pfizer erhalten habe. Nunmehr sei er sicher, so der linksorientierte Kommentator, dass er ins Ausland reisen könne. Er vermutet sogar, dass die EU die Reiserechte von solchen Personen einschränken könnte, die nicht mit von ihrer eigenen Zulassungsbehörde genehmigten Impfstoffen geimpft worden seien. In einer Randnotiz behauptet Barabás, die Regierung benutze das Impfstoff-Kaufprogramm, um sich von der EU zu distanzieren und ihre „extrem rechtspopulistische“ Ideologie zu propagieren.

"Digitales Grünes Zertifikat": Was ist mit Ungarn, die mit chinesischen und russischen Impfstoffen geimpft wurden?

Die Europäische Union hat einen Vorschlag über einen digitalen Impfnachweis auf den Tisch gelegt. „Mit diesem digitalen Zertifikat wollen wir unseren Mitgliedstaaten helfen, verantwortungsvoll und sicher die Freizügigkeit wiederherzustellen“, sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen in Brüssel. Die Kommission hofft, damit die Reisebeschränkungen in der Europäischen Union zu überwinden. Zunächst kommen für die Kommission nur […]Continue reading

Levente Sitkei beschuldigt die Opposition, sie untergrabe die Bemühungen der Regierung zur Bewältigung der Pandemie, indem sie die Menschen von einer Annahme der östlichen Impfstoffe abhalte. Der regierungsfreundliche Redakteur der Tageszeitung Magyar Nemzet erinnert daran, dass der Abgeordnete der Demokratischen Koalition im Komitatsrat von Pest, András Penz, am Coronavirus verstorben sei. (Der DK-Kommunalpolitiker hatte die Wirksamkeit von Sinopharm angezweifelt – Anm. d. Red.) Sitkei fragt sich, ob der 71-jährige Penz den chinesischen Impfstoff wohl aus ideologischen Gründen zurückgewiesen habe.

Dániel Bihari vom Nachrichtenportal 24.hu befürchtet, dass die Lehrer zum Zeitpunkt der Wiedereröffnung der Schulen möglicherweise noch keine Immunität aufgebaut haben könnten. (Vergangene Woche hatte Ministerpräsident Viktor Orbán angekündigt, dass Schulen und Kindergärten am 19. April ihre Türen wieder öffnen werden. Im Übrigen, so der Regierungschef, würde die Impfung von Lehrern und Krankenschwestern diese Woche beginnen – Anm. d. Red.)
Bihari hält es für unverantwortlich, dass die Regierung den Präsenz-Unterricht so rasch nach der Impfung der Lehrer wieder gestatten wolle. Wenn die Schulen wieder öffnen, bevor die Lehrer immunisiert seien, könnte eine weitere Welle der Epidemie ausbrechen. (Letzte Woche hatte weniger als die Hälfte der befragten Lehrer angegeben, dass sie sich impfen lassen wollen – Anm. d. Red.)

(Titelbild: MTI – Csaba Bús)