Wöchentliche Newsletter

Dino beim „Friedensmarsch“ insultiert, Polizei leitet Ermittlungen ein

Ungarn Heute 2022.03.17.

Ein Aktivist der satirischen „Ungarischen Partei des zwei-schwänzigen Hundes“ (MKKP) marschierte in einem Dinosaurier-Kostüm bei der regierungsfreundlichen Demo „Friedensmarsch“ am 15. Marz in Budapest. Er wurde jedoch aus der Menge verdrängt und sogar von der Polizei verhört. Jetzt läuft in seinem Fall schon eine Ermittlung. 

Das Budapester Polizeipräsidium hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen unbekannten Täter wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen einen „Dinosaurier“ beim Friedensmarsch eingeleitet. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgrund von Presseberichten von Amts wegen gestartet. Zuvor wurde in der Presse berichtet, dass die Polizei einen Dinosaurier, der die Ungarische Partei des zwei-schwänzigen Hundes bei der Pro-Fidesz Demonstration am ungarischen Nationalfeiertag vertrat, aus dem „Fidesz-Friedensmarsch“ eskortieren musste.

Später postete der Dino auf der Instagram Seite der Partei folgendes:

Ich bin in einem Dinosaurierkostüm zum Fidesz-Friedensmarsch gegangen. Als ich dann versuchte, in die Menge hineinzukommen, hätte ich auf halbem Weg fast ein Foto mit einem kleinen Mädchen machen können, aber die „friedliche“ Menge begann, mich aus der Demo herauszuziehen/zu schubsen. Ich habe versucht, sie mit diesen „aus der Luft gegriffenen“ Argumenten zu überzeugen, dass:

Dies ist doch ein Friedensmarsch

unsere Partei, die MKKP war früher auch eine Fidesz-Partei…

Aber vergeblich…

Gerade als ich mir eine nette Gruppe von Leuten suchen wollte, die sich um mich und meinen Schwanz kümmern wollten, spürte ich einen festen Schlag auf meine rechte Schulter

so der Dino in seinem Beitrag, der sich dabei über angebliche Misshandlungen beschwerte.

Es folgte auch eine Ausweiskontrolle, bei der ihm mitgeteilt wurde, dass er nach dem Versammlungsgesetz nicht mit verdecktem Gesicht an der Demonstration teilnehmen darf. Sein Gesicht war jedoch nicht verdeckt, da das riesige Dinosaurierkleid ein „Fenster“ hatte, so dass sein Gesicht vollständig zu sehen war, aber die Polizeibeamten änderten ihre Haltung nicht.

Pro-Fidesz-"Friedensmarsch" protestiert gegen Krieg und unterstützt Premierminister Orbán
Pro-Fidesz-

Es wird geschätzt, dass Hunderttausende an der Veranstaltung teilgenommen haben.Weiterlesen

Die Presseabteilung des BRFK teilte dem Portal 24.hu mit, dass nach ihren Informationen der Mann im Dinosaurierkostüm mit keiner Schere  gestochen oder verletzt wurde, aber aufgrund der Presseberichte haben sie von Amts wegen eine Untersuchung eingeleitet.

In einer auf der Website der Polizei veröffentlichten Erklärung heißt es, man habe den jungen Mann in der Árpád-Fejedelem-Straße angehalten, der derzeit der Polizei nicht angab, angegriffen worden zu sein. Auf Fragen der Polizeibeamten erklärte er, er wolle keine Anzeige gegen die Teilnehmer erstatten, die ihn aus der Versammlung gedrängt hätten.

Der Mann im Dinosaurierkostüm wurde bereits als Zeuge vernommen, nachdem er auf dem Friedensmarsch beleidigt worden war.

(Via: Hungary Today, 24.hu, MKKP – Facebook, Titelbild: Magyar Hang – Ádám Tompos)