Wöchentliche Newsletter

Ehemaliger Premierminister Bajnai kündigt Einstellung von Stimmenzähler der Opposition an

Ungarn Heute 2021.10.27.

Der ehemalige Ministerpräsident Gordon Bajnai hat angekündigt sich dafür einzusetzen, dass bei den bevorstehenden ungarischen Wahlen im Jahr 2022 sowohl die Fidesz als auch die Opposition gleich viele Stimmenzähler entsenden. Um die Gefahr von „potenziellem Wahlbetrug“ zu verringern, wirbt Bajnai für die Bewegung 20k22, die durch die Zusammenarbeit der sechs Parteien der gemeinsamen ungarischen Opposition darauf abzielt, dass in allen Wahlbezirken Ungarns gleich viele von der Fidesz und der Opposition delegierte Freiwillige vertreten sind.

Es muss garantiert werden, dass die Abstimmung und Auszählung der Stimmen bei den Wahlen 2022 legal ist, betont Gordon Bajnai in einem Facebook-Post. Der ehemalige Ministerpräsident der Sozialisten hat die ungarische Öffentlichkeit dazu aufgerufen, sich bei der bevorstehenden Wahl freiwillig als Stimmenzähler zu melden, um sicherzustellen, dass die Auszählung der Stimmen auf demokratische Weise erfolgt.

Die für die 20k22-Bewegung verantwortliche Gruppe, die unter dem Namen „Saubere Wahlen Stiftung“ mit „einem Team von fast 100 Personen“ auftritt, wird von namhaften Persönlichkeiten der Opposition wie dem unabhängigen Parlamentsabgeordneten Ákos Hadházy unterstützt.

Zur Bedeutung der Vertretung der Opposition sagte Hadházy:

Es ist nicht wichtig, wer der einzelne Premierministerkandidat sein wird, sondern dass wir 20.000 Aktivisten in der Kampagne haben werden.

Péter Márki-Zay ist Ministerpräsident-Kandidat der Opposition
Péter Márki-Zay ist Ministerpräsident-Kandidat der Opposition

Mit 56,71 Prozent gewann er die Vorwahl der Oppositionsparteien, bei der Parlamentswahl 2022 wird er gegen Viktor Orbán antreten.Continue reading

Opposition strebt an, 20 Tausend Stimmenzähler zu haben

Bislang haben sich mehr als 7.000 der erwarteten 20.000 Freiwilligen bereit erklärt, bei der Auszählung der Stimmen zu helfen, berichtet das linke Klubrádió. Der Vorteil, dass beide Parteien in den Wahllokalen vertreten sind, bestehe darin, dass die eine die andere melden könne, wenn sie einen Betrugsverdacht habe.

Die Notwendigkeit eine solche Vertretung zu gewährleisten, ergab sich nach der Wahl 2018, als 40 Prozent der Ausschüsse für Stimmauszählung entweder zu wenige oder nicht genügend Freiwillige von den Oppositionsparteien delegiert hatten.

Bei den ungarischen Parlamentswahlen 2022 wird es mehr als 10 000 Wahlkreise geben, in denen die Ungarn ihre Stimme abgeben können. Mit einer paritätischen Vertretung von Fidesz- und Oppositionsvertretern an allen Wahlurnen werden sich beide Parteien weniger Sorgen machen müssen, dass es zu Wahlbetrug kommt oder dass man ihnen Wahlbetrug vorwirft.

(Via: Hungary Today, Beitragsbild: Zsolt Szigetváry/MTI)