news letter Our mobile application

Wöchentliche Newsletter

Ein Gericht, das man entweder liebt oder hasst: Ungarisches Kürbis-Dill-Gemüse – mit Rezept!

Ungarn Heute 2020.08.22.

Vielleicht können wir in Ungarn kein spaltenderes Gericht finden als  das „ungarische Kürbisgemüse“. Gründe dafür sind hauptsächlich die schlechten Kindheitserinnerungen aus der Schulkantine und natürlich der Dill, der auch ein Liebes- oder Hasskraut ist. Aber wenn es gut zubereitet ist, ist es eines der besondersten und leckersten traditionellen ungarischen Gerichte.

Gemüseeintöpfe tauchten erstmals im 16. Jahrhundert auf, obwohl sie zu dieser Zeit noch sehr weit von ihrer heutigen Form entfernt waren. Es wurde meistens von ärmeren Menschen konsumiert. Eintöpfe aus Kürbis waren die ersten ihrer Art, die mit Mehlschwitze hergestellt wurden, einem Verdickungsmittel für Suppen und Saucen, das von den Österreichern stammte. Kürbisgemüse wird hauptsächlich mit Mehl und Sahne eingedickt.

Die verschiedenen Gemüseeintöpfe wurden jedoch mit verschiedenen Verdickungsmitteln zubereitet, was das Rezept nach dem Ersten Weltkrieg veränderte. Es war auch die Zeit, in der Kürbisgemüse – neben anderen Gemüseeintöpfen – eine wirklich wichtige Rolle in der öffentlichen Gastronomie spielte, da er sich als nahrhaftes Lebensmittel aus sehr billigen Zutaten erwies.

Fact

Der Begriff Eintopf wurde von den Nationalsozialisten popularisiert und ideologisch besetzt. Die Nationalsozialisten verliehen dem Alltagsgericht eine symbolisch-überhöhte Bedeutung und brachten es in Zusammenhang mit dem Begriff der Volksgemeinschaft. 1933 wurde der Eintopfsonntag eingeführt. Alle Bürger waren aufgefordert, an einem Sonntag pro Monat das übliche Fleischgericht durch einen Eintopf zu ersetzen und das so eingesparte Geld dem Winterhilfswerk (WHW) zur Verfügung zu stellen.

Darüber hinaus kann es mit fast jedem Belag gegessen werden, insbesondere weil der Kürbis selbst einen weichen, neutralen Geschmack hat, sodass er mit jedem stärkeren Geschmack „arbeiten“ kann. Genau aus diesem Grund kam Dill ins Spiel, der wiederum einen sehr charakteristischen, aggressiven Geschmack erzeugt, der fast alles dominieren kann und gleichzeitig mit dem Kürbis reift.

So sind Kürbis und Dill zu einem Power-Duo geworden, das für die meisten Ungarn untrennbar miteinander verbunden ist.

Ungarisches Kürbisgemüse

– Zutaten –

1 Stk Zwiebel
1 Bund Dill, frisch, fein gehackt
30 g Butter
1000 g Butternusskürbis(se), fein gehobelt
150 ml Wasser
150 ml Milch
150 ml Sauerrahm
1 TL Mehl zum Binden
1 EL Öl
1 TL Salz
1 Prise Pfeffer aus der Mühle

Zuerst die Zwiebel und den Dill hacken. Dann die Butter schmelzen und die fein gehackte Zwiebel hinzufügen, dann köcheln lassen. Fügen Sie die Hälfte des Dills hinzu und rühren Sie die Mischung 1-2 Minuten bei schwacher Hitze um. Fügen Sie dann den zerkleinerten Kürbis hinzu und gießen Sie die Milch und das Wasser darüber. Salz und Pfeffer hinzufügen, umrühren und den Eintopf 15 Minuten kochen lassen. Mischen Sie das Mehl mit der sauren Sahne in einer separaten Schüssel und fügen Sie dann einen Esslöffel aus dem Saft des Gemüses hinzu. Rühren Sie, bis es glatt wird, und gießen Sie es dann zurück in die Eintopfbasis. Bevor Sie es vom Herd nehmen, fügen Sie den Essig und die andere Hälfte des Dills hinzu. Nach Geschmack mit etwas Zucker abschmecken. Das lässt den Kürbisgeschmack besser hervorheben. Bei Bedarf nachsalzen und/oder Essig nachgeben.

(Via: Adrienn Vass – Hungary Today, Fotos: Péter Csákvári – Hungary Today)