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Europäisches Gasangebot sinkt, Preise steigen im Juni weiter

Ungarn Heute 2022.08.03.
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Im Juni setzte sich die Verknappung des europäischen Gasangebots fort, da die russischen Lieferungen erheblich zurückgingen und die US-LNG-Exportkapazitäten aufgrund einer Störung reduziert wurden. Infolgedessen stiegen die europäischen Produktpreise für den Folgemonat um fast 50 Euro pro Megawattstunde, wie aus dem Juni-Gasmarktbericht der ungarischen Regulierungsbehörde für Energie und öffentliche Versorgungsbetriebe (MEKH) hervorgeht.

Die Tagesdurchschnittspreise stiegen im Laufe des Monats um 12-13 Euro pro Megawattstunde, wobei der höchste Preis an der Gasbörse CEEGEX bei 140,77 Euro lag und die Schlusspreise zwischen 138,66 Euro und 143,17 Euro.

Auf den europäischen Märkten war das monatliche Volumen der Importquellen um 7 Prozent niedriger als im Vorjahr. Der 61-prozentige Rückgang der russischen Quellen wurde durch LNG und norwegische Quellen nicht ausgeglichen. Zu Beginn des Monats wurden die russischen Lieferungen an die Niederlande und Dänemark eingestellt. Bei der Nord Stream-Pipeline gingen die Lieferungen bis zum Monatsende im Vergleich zum Mai-Durchschnitt um 60 Prozent zurück. Bei der Turkish Stream-Pipeline führte eine Woche mit geplanten Wartungsarbeiten zu einem Rückgang der Liefermengen um 27 Prozent auf Monatsbasis.

Die Märkte haben die Möglichkeit eines weiteren Rückgangs der russischen Ressourcen eingepreist. Unter den Faktoren, die sich auf den jährlichen Erdgasproduktpreis 2023 auswirken, stiegen der Euro-Kohlepreis im Juni um 4,06 Prozent und der Preis für die Kohlendioxidquote um 6,95 Prozent, was auf ein erwartetes Hochfahren der europäischen Kohlekraftwerke hinweist.

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In einem Hochpreisumfeld ist der Inlandsverbrauch (3,9 Terawattstunden) im Juni gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent gesunken.

Die Importe gingen gegenüber dem Vormonat um 8 Prozent zurück, aber auch die Exporte halbierten sich, so dass das Handelsvolumen netto nur um 3 Prozent zurückging.

Der im Vergleich zu den Importen stärkere Rückgang des Verbrauchs ermöglichte einen Anstieg des Gasvolumens in den Speichern (6,4 Terawattstunden), wobei im Juni 9 % mehr Gas in die Speicher gelangte als im Vorjahresmonat. Die Speicher schlossen den Monat mit einem Gasvorrat von 27,17 Terawattstunden ab, was einem Füllungsgrad von 40,1 Prozent entspricht, so MEKH.

via mti.hu, Beitragsbild: Zsolt Szigetváry/MTI