Wöchentliche Newsletter

„Ungarischer Forint konnte sich nach Inflationsdruck stabilisieren“

Ungarn Heute 2022.01.06.
FIZETŐS

Die Ungarische Notenbank (MNB) konnte die höhere Inflationsrate erfolgreich durch die Erhöhung der Zinsen bekämpfen, sodass sich die nationale Währung des Landes, der Forint, um 362 Forint je Euro stabilisieren konnte. Laut Analysten kann sich diese Tendenz fortsetzen. Darüber hinaus ist die Tatsache, dass im Frühjahr Wahlen in Ungarn stattfinden, immer mit einem gewissen Risiko verbunden. 

In ihrem Artikel „Polens Notenbank wird aggressiver“ analysiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Reaktion der Notenbanken der zentraleuropäischen Staaten Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien auf die steigende Inflation. Während Warschaus Notenbanker etwas zögerlich auf ihre hohe Inflationsrate von 7,8 Prozent reagiert hatten, ergriffen die tschechischen und ungarischen Kollegen rasch die notwendigen monetären Maßnahmen: Die Erhöhung der Zinsen auf 2,4 Prozent führte zu einer Stabilisierung der ungarischen Währung mit Kursen um 362 Forint je Euro. Diesbezüglich wird im Artikel auch angemerkt, dass diese vier Länder – trotz EU-Mitgliedschaft – den Euro auf absehbare Zeit nicht einführen wollen.

Notenbankchef Matolcsy über die Krise des Euro
Notenbankchef Matolcsy über die Krise des Euro

György Matolcsy hat in seinem Beitrag auf seiner Social-Media-Seite über die Aussichten der Eurozone geschrieben.Continue reading

In der ungarischen Wirtschaftszeitung vg.hu haben inzwischen Analysten vorausgesagt, dass der Forint infolge einer weiteren Verstärkung sogar eine der besten Investitionen von 2022 sein kann. Während die ungarische Währung 2021 einer der am schlechtesten abgeschnittenen Devisen der aufstrebenden Märkte gegenüber dem Dollar war, kann 2022 die Wende bedeuten in dem sich die heimische Währung infolge der sinkenden Inflation und der weiteren Zinserhöhung der Notenbank weiter verstärken kann. Infolge kann der Kurs je Euro von den derzeitigen 362 auf 355 Forint sinken.

Nach Ansicht des leitenden Analysten der KBC Equitas hatte der Forint im vergangenen Jahr kein so schlechtes Jahr. Norbert Cinkotai erinnert sich, dass

Im Januar 2021 der Wechselkurs bei 362 Forint und Ende Dezember der Euro bei 370 Forint lag, was einer Stagnation gleichkommt. Es stimmt, dass die Versuche, den Forint im Sommer zu stärken, nicht nachhaltig waren. Dieses Jahr könnte besser werden, aber ein deutlicher Anstieg ist sicher nicht zu erwarten

schloss er seine Prognosen. Der Jahresbeginn ist für die ungarische Währung saisonal günstig. Außerdem ist nicht damit zu rechnen, dass der Forint aufgrund der bevorstehenden Wahlen weiter fällt, da die extrem schwache Landeswährung zu einem Wahlkampfthema werden könnte, was in einem solchen Szenario für die derzeitige Regierung nicht günstig wäre.

355 Forint / 1 Euro bis Ende des Jahres? 

Im Frühjahr, rund um die Wahlen, könnte es einige Turbulenzen um die ungarische Währung geben, aber Tatsache ist, dass der Markt nichts lieber mag als eine stabile Regierung mit starker Unterstützung, fügte Cinkotai hinzu, der erwartet, dass sich der Euro-Forint-Kurs bis zum Jahresende zwischen 355 und 360 bewegen wird.

Gleichzeitig sagte der Analyst der Raiffeisen Bank, dass in der kommenden Zeit mehr Risiken aus dem System austreten könnten. So könnte dieses Jahr das Ende der COVID-Epidemie kommen, was die Risikobereitschaft erhöhen würde. Darüber hinaus ist die Tatsache, dass im Frühjahr Wahlen in Ungarn stattfinden, immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Die Überwindung der Ungewissheit vor den Wahlen ist also an sich etwas Positives.

Quelle: faz.net  vg.hu  Bild: MTVA/Imre Faludi