news letter Our mobile application

Wöchentliche Newsletter

Gemeindehaus der deutschen Minderheit in Gyönk wurde renoviert

Dániel András Vargha 2020.08.02.

Gyönk (Jink) ist eine Stadt im Komitat Tolna (Südungarn), die ungarische und deutsche Einwohner hat. Früher hat man den nördlichen Teil als „Magyar-Gyönk“ (Ungarn-Jink) und den südlichen Teil als „Német-Gyönk“ (Deutsch-Jink) bezeichnet. Die Renovierung des Gemeindehauses war für die Regierung auch sehr wichtig, so hat das Ministerpräsidium das Projekt mit 10 Millionen Forint (ca. 29 000 EUR) unterstützt. 

Die ungarische Geschichte wäre ohne die bei uns lebenden Nationalitäten, einschließlich der deutschen Minderheit, unvorstellbar gewesen

sagte Árpád Potápi, Staatssekretär für nationale Politik, und er fügte noch hinzu, dass dank der deutschen Ansiedler im 18. und 19. Jahrhundert der Komitat zur Entfaltung gebracht wurde. Potápi zitierte Viktor Orbán:

Die Fäden der deutschen Kultur sind in das Gewebe der ungarischen Kultur verflochten, und wenn wir sie herausziehen würden, würde das gesamte Gewebe auseinanderfallen.

Fact

Der Nationalitäten Verein Jink wurde 1991 gegründet, damals in Form eines Clubs. Ab 1993 ist er als eingetragener Verein tätig. Aus dem kleinen Club entstand in kurzer Zeit eine Mitgliedschaft mit etwa 100 Personen, was sich natürlicher Weise immer wieder verändert, aber die Zahl der Mitglieder beträgt jedes Jahr bis heute ca. 100 Personen. Die Mehrheit der Mitglieder ist regelmäßig anwesend und nimmt am Leben des Vereines teil.

Potápi wies darauf hin, dass 800 000 Menschen während und nach dem Zweiten Weltkrieg in Kriegsgefangenschaft genommen wurden und die Mehrheit der Ungarndeutschen wurden nach dem Prinzip der kollektiven Schuld vertrieben. Er betonte, dass
mit dem Gesetz über Nationalitäten und ethnische Minderheiten (1993) 13 ungarische Nationalitäten die Möglichkeit erhielten, kulturelle Autonomie aufbauen zu dürfen.

Gyönk, 01.08.2020
Das renovierte Haus des Nationalitäten Vereins Jink
MTI/Sóki Tamás

Die Wichtigkeit der deutschen Minderheit zeigt uns auch, dass sie die einzige Nationalität in Ungarn ist, die einen Vertreter in der Nationalversammlung hat.

Frau Imre Kemler, die Präsidentin des Vereins, sagte, dass in dem ehemaligen Wohngebäude unter lokalem Schutz ein Gemeinschaftsraum, ein Gastzimmer und ein Veranstaltungssaal mit einem Aufwand von 26 Mio. HUF geschaffen wurden. Der Verein setzt sich das Ziel der Weitergabe der deutschen Traditionen.

Beitragsbild: MTI/Tamás Sóki