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Experten fordern Gesetzesänderung: Injektion soll für allergiekranke Schüler in allen Schulen vorhanden sein

Ungarn Heute 2022.01.24.
FIZETŐS

Der Verein AllerGéniusz schlägt vor, lebensrettende Injektionen zukünftig in den ungarischen Schulen zur Verfügung zu stellen, um das Leben allergiekranker Schüller retten zu können. Am vorigen Dienstag ist ein 7-jähriger Schüler in Budapest nach einem Geburtstagsfest gestorben, nachdem er Nuss gegessen hatte.

Nach Angaben der Boulvardzeitung Bors starb ein 7-jähriger Junge nach einer Geburtstagsparty in einer Schule in Újpest an einer schweren Lebensmittelallergie, die durch eine Erdnussallergie verursacht wurde. Das Kind fühlte sich schon in der Einrichtung schlecht, kam es jedoch an einer nahe gelegenen Tankstelle zu einem anaphylaktischen Schock bei ihm. Die Boulevardzeitung berichtete, dass der Krankenwagen nach etwa drei Minuten am Ort des Geschehens eintraf, aber dem Kind konnte nicht geholfen werden.

Zu diesem Anlass gab die Stiftung für Kinderschutz eine Erklärung ab. Laut Direktorin Éva Gesztes sei die Annahme, wonach das Kalzium bei allergischem Schock helfen würde, falsch. Man kann hingegen den Kindern nur dann helfen, wenn man zuerst feststellt, wie schwer die Erkrankung ist. In schweren Fällen kann man einen selbstdosierenden Stift mit Adrenalininhalt verschreiben, den sowohl die betreffende Person als auch die Menschen in der Umgebung benutzen können, wenn die Reaktion auftritt.

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Auch der Verein AllerGéniusz schlägt vor, die Speisen von Personen, die auf bestimmte Gerichte oder Insektenbisse allergisch sind, gesetzlich zu schützen. Das soll zur Folge haben, dass solche Schüler keine nusshaltigen Speisen in den Schulen bekommen können und dass die Lehrer darüber informiert werden, was in solchen Fällen zu tun ist.

Wir halten es für sehr wichtig, dass jeder Einrichtung mindestens zwei EPIPEN oder ANAPEN-Injektionen zur Verfügung gestellt werden und dass sie die Lehrer, Pädagogen oder jegliches Personal benutzen können, wobei sie jährlich darüber geschult werden

sagte Edit Szívósné Rabb, Präsidentin des Vereins im Staatsfernsehen M1.

Laut Kinderarzt Tamás Bense ist die Zahl der Personen mit Nahrungsmittelallergie in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Symptome können bereits einige Minuten nach dem Essen auftreten, sodass die Rettung sofort eingeleitet werden muss.

Quelle: index.hu  hirado.hu  Bild/Illustration MTI – Mihádák Zoltán