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Intensivmediziner Zacher: Nur einer von sechs Covid-Patienten auf der Intensivstation geimpft

Ungarn Heute 2021.10.14.

Es gibt immer noch keine Daten über den Prozentsatz der Menschen, die trotz der Impfung mit dem Coronavirus infiziert werden, sagt der Intensivemdiziner im Hatvaner Krankenhaus. Und es gibt immer noch keine offizielle Erklärung darüber, wie ernst die ungarische Regierung die vierte Welle der Epidemie einschätzt, so Gábor Zacher gegenüber dem Portal Portfolio. Laut dem Experten werden alle Ärzte im Unklaren gelassen, niemand kann die offiziellen Daten einsehen. Er sagte auch, dass nach den Beobachtungen im Krankenhaus auf fünf ungeimpfte Patienten, die auf der Intensivstation aufgenommen werden, ein geimpfter Patient kam.

„Über die Nationale eHealth-Infrastruktur (EESZT) könnten in zwei Minuten Daten darüber abgerufen werden, wie viele der Patienten schon geimpft wurden, die doch ins Krankenhaus geliefert sein müssen. So könnte man sich auch ein Bild von der Wirksamkeit der Impfstoffe machen“ sagt der Intensivmediziner Gábor Zacher in einem Interview und fügt hinzu:

Ich glaube nicht, dass dies gegen persönliche Daten verstößt

Zacher fügte hinzu, dass er und seine Kollegen ohne diese Informationen „im Dunkeln gelassen werden“. Ärzte und medizinisches Fachpersonal wollen nicht die Namen oder Adressen von Patienten wissen, sondern wie Impfstoffe wirken, betont der Arzt.

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Das Portal Portfolio weist auch darauf hin, dass internationalen Studien zufolge ein 13-14-facher Unterschied in der Sterblichkeit zwischen geimpften und ungeimpften Patienten besteht.

Die Delta-Variante hat eine Reproduktionsrate von 6 im Vergleich zu 1 bei einem normalen Virus. Auch die Inkubationszeit hat sich im Vergleich zu früheren Varianten deutlich verkürzt

erklärt Zacher seine jüngsten Beobachtungen. Im Kampf gegen das Coronavirus gebe es derzeit keine Alternative zur Impfung, so der Intensivmediziner.

Es gibt zwar keinen Schutz, der zu 100 % funktioniert, aber die Wahrscheinlichkeit, dass jemand nach drei Impfungen erkrankt, ist sehr, sehr gering

plädiert Gábor Zacher für die Impfung.

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Ophthalmie und Bindehautentzündung sind einige der neuesten Symptomen für eine Infektion mit der Delta-Variante, macht Zacher darauf aufmerksam und fügt schließlich hinzu, dass er zumindest die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Geschäften, Büros und anderen geschlossenen Räumen wieder einführen würde, um die Ausbreitung der Epidemie zu verlangsamen. Er ist nicht der erste, der dafür seine Stimme erhebt. Die gleiche Maßnahme wurde in den letzten Wochen von mehreren Experten gefordert, darunter von der ungarischen Ärztekammer (MOK) und von den Forschern der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA).

(Via: Péter Cseresnyés – Hungary Today, Titelbild: MTI/Balázs Attila)