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Kanzleramtsminister: „Impfpass soll nur noch nach der dritten Impfung gültig sein“

Zsófia Nagy-Vargha 2021.12.02.

Gulyás Gergely begann seine übliche Pressekonferenz mit der Bemerkung, dass die Regierung den größten Teil ihrer Mittwochssitzung mit der Besprechung über die Pandemie-Situation verbracht habe, und präsentierte dann die Daten vom Donnerstag: In den letzten 24 Stunden wurden 10.466 Neuinfektionen gemeldet, während 218 Personen gestorben sind. Gulyás kündigte an, dass das Kabinett überlegt, den Impfass nur noch nach der dritten Impfung für gültig erklären zu lassen. 

„Ungarn steht in Europa in Bezug auf Drittimpfungen an erster Stelle, was sowohl für die Impfstoffhersteller als auch für die Ärzte von entscheidender Bedeutung ist, da die Schutzwirkung des Impfstoffs nach 4-5-6 Monaten abnimmt“ betonte Gulyás bei seiner gewöhnlichen Pressekonferenz am Donnerstag und fügte hinzu:

Da wir am Anfang am schnellsten geimpft haben, gab es bis zum 10. Juni 3 Millionen 700.000 Menschen, deren Schutz am 10. Dezember als deutlich reduziert galt. Wir werden sie über die angegebenen E-Mail-Adressen persönlich kontaktieren und sie bitten, sich den dritten Impfstoff so bald wie möglich verabreichen zu lassen.

verkündete er.

Ungarn führt die Liste der COVID-Todesfälle an
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Aufgrund der unterschiedlichen statistischen Methoden in den einzelnen Ländern ist es aber nicht ganz möglich, eindeutige Vergleiche zwischen den Sterblichkeitsstatistiken der einzelnen Länder anzustellen.Weiterlesen

Die Regierung verlängert die Impf-Aktionswoche um eine weitere Woche und hat den operativen Stab gebeten, in allen Gemeinden des Landes Impfaktionstage zu organisieren. Die Regierung bat außerdem das Gremium, die Vorschriften über die Gültigkeit der Impfausweise zu prüfen. Dies wird später bekannt gegeben, aber

Die Regierung ist der Ansicht, dass die Gültigkeit der Impfpässe an die dritte Impfung geknüpft werden sollte

Auf die Frage, was die Regierung davon hält, dass die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen kürzlich gesagt habe, dass die Einführung einer obligatorischen Impfung in der EU eine Möglichkeit sei, erklärte Gergely Gulyás, dass die ungarische Regierung der Meinung sei, dass die Einführung einer möglichen Impfpflicht nationale Zuständigkeit bleiben sollte. Es sei aber in Ordnung, wenn die EU Empfehlungen ausspricht.

Ungarn hat bereits eine strenge Regelung eingeführt, nach der die Arbeitgeber die Impfung für ihre Arbeitnehmer vorschreiben können

so der Minister.

Die Journalisten fragten den Minister erneut, warum es keine Daten über das Verhältnis von Geimpften und Ungeimpften unter den Todesopfern gebe. Gulyás sagte, dass in einigen Krankenhäusern gemeinsame Statistiken geführt werden und betonte

Die Wahrscheinlichkeit bei Ungeimpften ins Krankenhaus eingeliefert zu werden ist mindestens 15 Mal höher als bei Geimpften, und es gibt im Vergleich zu internationalen Trends keine großen Unterschiede in dieser Hinsicht

Gulyás wurde auch darüber befragt, warum die Datenübermittlung bei den beatmeten Patienten geändert worden sei. Er antwortete, dass die Tatsache einer invasiven Beatmung „informativer ist“. Die invasive Beatmung gilt als lebensrettende Maßnahme, und jemand, der während seiner Behandlung Sauerstoff erhält, hat nicht dieselbe schwere Krankheit.

Dies hat einen informativen Wert

so Gulyás.

Omicron-Variante in Ungarn noch nicht bestätigt 

„Uns liegen keine Informationen vor, dass die Omicron-Variante in Ungarn aufgetaucht wäre“ sagte der Minister auf die Frage eines Journalisten.

Was die epidemiologische Situation anbelangt, so ist die Mehrheit der Meinung, dass die vierte Welle ihren Höhepunkt schon erreicht hat oder gerade erreicht, wobei die höchste Sterblichkeitsrate leider am zehnten Tag nach dem Höhepunkt zu verzeichnen sein wird.

Ungarn ist ausreichend mit Impfstoffen versorgt

Es gibt im Land noch

  • 3 Millionen Dosen Pfizer
  • etwas weniger als 1 Million Dosen Moderna
  • mehr als 2 Millionen chinesische Impfstoffe
  • fast 2 Millionen AstraZeneca
  • und fast 4 Millionen Janssen

Energiepreise, gesenkte Preise für Versorgungsdienstleistungen 

Auf der Kabinettssitzung wurden auch die Energiepreise und die gesenkten Preise für Versorgungsdienstleistungen erörtert. „Die Energiepreise sind weltweit außer Kontrolle geraten, weshalb es als wichtig erachtet wurde, dass niedrige Preise geschützt werden müssen, wenn wir die Inflation bekämpfen wollen, und dazu gehört auch der offizielle Kraftstoffpreis.“

Auch kleine Unternehmen können die Ermäßigung in Anspruch nehmen, sofern sie nicht mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigen und einen Umsatz von 4 Milliarden Forint erzielen. Auch die Gemeinden können den sog. „Universaldienst“ in Anspruch nehmen. Es ist wichtig, dass auch das kommunale System weiter gut funktionieren kann

so Gulyás.

Politische Reaktionen auf hohe Inflation
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Die oppositionelle Demokratische Koalition (DK) hat vorgeschlagen, den Haushaltsausschuss des Parlaments einzuberufen, um den Finanzminister zu den jüngsten Inflationszahlen anzuhören.Weiterlesen

„Wird sich Brüssel in die ungarischen Wahlen einmischen?“

Ob die Einigung über den Rettungsfonds noch vor den Wahlen im April zustande komme, hängt davon ab, ob sich die Europäische Kommission in die Wahlen einmischen wolle oder nicht, so Gulyás Gergely und fügte hinzu: Das Gleiche gilt für die Einführung des Rechtsstaatlichkeitsmechanismus, was nach Angaben des Ministers bereits überfällig ist und eine Frist von 6-7 Monaten hat.

(Titelbild: MTI/Koszticsák Szilárd)