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Leiter des Petőfi Literaturmuseums Demeter: „Europa ist eine Gaskammer von Soros“

Ungarn Heute 2020.11.30.
FIZETŐS

„Der US-Milliardär George Soros hat Europa zu seiner Gaskammer gemacht… Aus den Fässern der multikulturellen offenen Gesellschaft entströmt das Giftgas, das für die europäische Lebensform tödlich ist“ schrieb der Leiter des Petőfi Literaturmuseums Szilárd Demeter, in einem auf dem regierungsnahen Portal origo.hu veröffentlichten Meinungsartikel. Politiker und zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens fordern jetzt den Rücktritt des Direktors. Demeter hat seinen Artikel inzwischen zurückgezogen

„Ungarn und Polen sind die neuen Juden“ schrieb Demeter in seinem Artikel auf dem Portal „Origo“. Er verwies damit in seinem Schreiben auf den EU-Haushaltsstreit, bei dem Ungarn und Polen die Budget-Beschlüsse blockierten.

Rechtsstaatsmechanismus der EU: Ungarn und Polen fordern Neuverhandlungen
Rechtsstaatsmechanismus der EU: Ungarn und Polen fordern Neuverhandlungen

Ungarns und Polens Ministerpräsidenten Viktor Orbán und Mateusz Morawiecki besprachen in einem Vieraugengespräch im Budapester Karmeliterkloster gemeinsam ihre Taktik in der Blockade des EU-Haushalts. Orbán betonte am Ende des Gesprächs: Ungarn wird keinen Vorschlag akzeptieren, der Polen für inakzeptabel hält. Laut Morawiecki könnte ein Rechtsstaatlichkeitsmechanismus zum Zerfall der EU führen.  Die Verknüpfung einer politischen Debatte […]Continue reading

Demeter hatte zuvor in einem Radiointerview gesagt:

Wenn wir uns die Geschichte des 20. Jahrhunderts anschauen, sehen wir, dass die Deutschen sehr diszipliniert sind. Wenn sie also Nazis sein müssen, dann sind sie Nazis, wenn sie liberal sein müssen, dann werden sie ultraliberal. Sie können nur selten eine originelle Idee hervorbringen, aber wenn sie eine Leitidee haben, also wenn die Richtung vorgegeben ist, werden sie diszipliniert in diese Richtung gehen …

Orbán: "Europa darf sich dem Soros-Netzwerk nicht unterwerfen"
Orbán:

Ministerpräsident Viktor Orbán hat den Meinungsartikel von George Soros, der vorige Woche auf dem Kommentarportal Project Syndicate  erschienen ist, beantwortet. Viktor Orbán schreibt auf seiner offiziellen Website: „Viele Stimmen meinen, der Ministerpräsident eines Landes dürfte nicht mit George Soros diskutieren. Entsprechend ihrer Argumentation ist Soros ein Wirtschaftskrimineller, da er seinen Reichtum erwarb, indem er spekulierte, Millionen […]Continue reading

Der Verband Ungarischer Jüdischer Glaubensgemeinden hat am Sonntag gegen die Aussagen des Leiters protestiert. Sie schrieben in einer Erklärung:

Es ist geschmacklos, Europa als Gaskammer zu bezeichnen, und für den Leiter einer staatlichen Einrichtung ist es 75 Jahre nach Auschwitz unverzeihbar

Der Verband fügte hinzu: In Auschwitz wurden mehr als 430.000 Ungarn vergast. „Wer das im Zusammenhang mit aktuell politischen Fragen relativiert, ist unsensibel gegenüber den Schmerzen der ungarischen Geschichte und des ungarischen Judentums des 20. Jahrhunderts“.

Auch der Budapester Bürgermeister Gergely Karácsony protestierte gegen Demeters Aussagen. Er forderte Premier Orbán auf, den Leiter Demeter vom Petőfi Museum zu entfernen.

Csatlakozom az alábbi felhíváshoz!

Az aljas és alantas írással, annak visszavonása után is, és annak írójával a…

Közzétette: Karácsony Gergely – 2020. november 29., vasárnap

 

Auch der Kanzleramtsminister äußerte sich zu dem Skandal:

Ich freue mich gar nicht über die Verrohung der öffentlichen Sprache

so Gergely Gulyás und fügte hinzu: „Jetzt, da es in Europa ernsthafte Debatten gibt, wäre vor allem Besonnenheit notwendig,. Aber wenn selbst die Politiker nicht besonnen bleiben können, ist es schwierig, dies von unpolitischen Kulturschaffenden zu erwarten.“ Der Minister verwies auf eine Aussage des Vorsitzenden der Europäischen Volkspartei. Donald Tusk hatte kürzlich in einem Interview mit Radio Free Europe erklärt, dass die illiberale Demokratie von Ministerpräsident Viktor Orbán in Wirklichkeit eine „entartete Demokratie“ sei.

(Via: 24.hu, orf.at, Beitragsbild: MTI – Szilárd Koszticsák)