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Öffentliche Medien: Es gibt keine „Schwarze Liste“

Ungarn Heute 2020.03.03.

„Die öffentlichen Medien folgen den Redaktionsprinzipien der BBC. Wenn wir angegriffen werden, werden diese Prinzipien normalerweise angegriffen“ – reagierte die Dachorganisation des staatlichen Rundfunks in Ungarn „MTVA“ auf einen von „Politico“ veröffentlichten Bericht. Laut „Politico“ ist in Ungarns Staatsmedien eine Liste „sensibler Themen“, über die nur mit Voraberlaubnis berichtet werden darf. Zu diesen Themen sollen unter anderem „Greta Thunberg“ sowie Menschenrechtsgruppen wie „Amnesty International“ oder „Human Rights Watch“ gehören. 

„Berichte über die Klimaaktivistin Greta Thunberg  und über Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International oder Human Rights Watch dürfen in der staatlichen Nachrichtenagentur gar nicht erwähnt werden“ – berichtete „Politico“ am Montag unter Berufung auf interne Papiere. Wie aus dem Bericht hervorgeht, sei vor dem Segeltrip Greta Thunbergs von Plymouth nach New York die Anweisung erlassen worden, dass alle Berichte, die im Vorhinein verfasst werden, zu erlauben sind.

„Die Pressefreiheit ist nicht verhandelbar“, reagierte Greta Thunberg auf Twitter. Sie schrieb weiter in ihrem Tweet: „Solche Listen dürften gar nicht existieren. Aber wenn sie es tun, ist es mir eine Ehre, mich darauf zu befinden“.

MTVA reagierte nicht auf Anfragen von Politico, im Nachhinein schrieb die Organisation in einer Pressemitteilung, dass die staatlichen Medien „den Standards der BBC“ folgen. Sie betonen, dass es „erneut ein koordinierter Presseangriff – diesmal mit ausländischer Hilfe – auf die öffentlichen Medien durchgeführt wurde. Laut MTVA ist der Bericht von Politico „eine kleine Rache“, weil die öffentlichen Medien die gefälschten Nachrichtenseiten, die über das Coronavirus berichteten, enthüllen konnten.

(Beitragsbild: Facebook Seite – Greta Thunberg)