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Opernsängerin Andrea Rost: Von einer Musikschule am Stadtrand von Csepel zur Metropolitan Opera

Ungarn Heute 2021.04.09.

„Es ist kein Beruf, es ist eine Berufung, es ist meine Pflicht, das zu tun“, sagt die weltberühmte ungarische Sopranistin Andrea Rost über Musik in einem Kurzfilm, der von der Stiftung „Freunde von Ungarn“, Herausgeber von „Ungarn Heute“ präsentiert wird. Dann fügt sie schnell hinzu: „Und das ist das größte Glücksgefühl, wenn das Publikum klatscht, weil es glücklich ist. Es hat also etwas bekommen, es ist dankbar für etwas.“ Das Video zeigt, wie Andrea Rost ihre Karriere als Opernsängerin begann und welche Mentalität erforderlich ist, um als Weltklassesängerin erfolgreich zu sein. Der Kurzfilm ist Teil einer Serie, in der zehn außergewöhnliche Ungarn vorgestellt werden, die durch ihre Fähigkeiten und ihre harte Arbeit auch im Ausland bekannt wurden.

Das ungarische Publikum verfolgt seit 1989 die Karriere der weltberühmten Sopranistin. Als Studentin von Zsolt Bende studierte sie Musik an der Liszt Ferenc Universität in Budapest. Rost war noch Studentin, als sie die Rolle der Julia in Gounods Oper „Romeo und Julia“ unter der Regie von Dénes Gulyás als Stipendiatin des Budapester Opernhauses sang.

Ich war noch auf der Hochschule, studierte Oper, und sang im Theaterstück mit dem Titel Albert Herring eines der Mädchen, Emmy. Und ich erinnere mich noch sehr daran, als wir zum ersten Mal auf der Bühne probten…. und ich fühlte nur so „oh mein Gott, oh mein Gott!”

Zwei Jahre später, 1991, wurde sie Solistin an der Wiener Staatsoper, wo sie dem Wiener Publikum in mehreren wichtigen Rollen bekannt wurde. Die Rigoletto-Premiere 1994 an der Mailänder Scala, zu der Riccardo Muti sie einlud, wurde zu einem durchschlagenden internationalen Erfolg.

Ungarische Oper, Wiener Staatsoper, Salzburger Festspiele, und von dort kam ich schließlich in die Scala, und in Wahrheit war das der Moment, als sich der Vorhang zur Welt öffnete, sozusagen

erinnert sich Andrea Rost.

FIZETŐS

New York am 24. Oktober 2016., Opernsängerin Andrea Rost und das Orchester der Ungarischen Staatsoper bei einem Galakonzert zu Ehren des 60. Jahrestages der Revolution 1956, Via: MTI/EPA/Alba Vigaray

Sie war bereits ein gefeierter Star, als sie 1995 die Pamina bei der Premiere von Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Zauberflöte“ in der Nacht der „Saison an der Scala“ mit großem Erfolg sang. Diesen Rollen folgten Susanna in Mozarts „Le Nozze di Figaro“ und Violetta in Verdis „La Traviata“. Im Januar 2006 spielte sie mehrmals die Rolle von Gilda am Teatro alla Scala. Sie behauptet, dass ihre Leistung in Mailand ein Meilenstein in ihrer Karriere war.

Über den Erfolg sagt sie, dass die Sorge um die vergangenen Fehler immer einen Rückschlag verursachen können und man sollte sich stattdessen viel mehr auf die Zukunft konzentrieren.

Ich versuche die Vergangenheit hinter mir zu lassen. Das ist im Privatleben schon schwieriger, aber ich sehe immer mehr, wie sehr man in der Gegenwart und der Zukunft leben muss, um sehr gute Leistungen zu erbringen und glücklich zu sein.

Sie führt uns dann auf die Insel Csepel, wo sie ihre ehemalige Grundschule zeigt, in der sie im Alter von 14 Jahren zum ersten Mal Musik und Gesang studierte. Rost erklärte, sie habe von ihrer Gesangslehrerin eine enorme Unterstüzung erhalten und sie hat sie in Richtung der Musik geleitet.

Und ich wollte Hollywood-Schauspielerin werden, oder, ich weiß nicht, irgendeine Sängerin, weil ich nicht mal wusste, was das bedeutet, aber ich habe immer gesungen. Ich bin so geboren. Geburtsanomalie.

Andrea zeigt auch ein kleines Haus, in dem die meisten ihrer Gesangsstunden stattfanden und sie fügt humorvoll hinzu:

Damals war es das hier, dieses kleine Häuschen, hier liefen die Gesangsstunden. Na ja, heute ist es so ein Lager. Von solchen Orten kann man in die Metropolitan gelangen. Das ist gut, oder?

Sie debütierte 1996 an der Metropolitan Opera in New York als Adina in Donizettis „L’elisir d’amore“ und trat dort später auch als Gilda, Lucia und Violetta auf. Sie sang Antonia an der Washington Opera, als sie Offenbachs „Les contes d’Hoffmann“ aufführten, und trat in derselben Rolle an der Los Angeles Opera auf. Im März 2002 sang Rost Pamina aus Mozarts Zauberflöte in Los Angeles. Im April 2005 trat sie mehrmals als Pamina in Washington auf.

Für ihre Leistungen erhielt Rost 1997 den Liszt-Preis und 2004 den Kossuth-Preis. Darüber hinaus bekam sie 2018 das Mittlere Verdienstkreuz des ungarischen Verdienstordens.

In letzter Zeit widmet sie sich zudem verstärkt dem Liedgut aus ihrer ungarischen Heimat. Gemeinsam mit Izabella Simon, die sie am Klavier begleitet, interpretiert Andrea Rost Lieder bekannter ungarischer Komponisten wie Béla Bartók und Zoltán Kodály.