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Orbán über Corona-Krise: „Viele Länder haben den Höhepunkt erreicht, wir sind aber noch nicht da“

Krisenmanagement, Opposition, Vorbereitung auf die große Anzahl der Infektionen und Schutz der Wirtschaft – darüber hat Premier Orbán in seinem wöchentlichen Radiointerview am Freitagmorgen gesprochen.

Der gut gewählte Zeitpunkt einer Entscheidung sei bei einem erfolgreichen Krisenmanagement ausschlaggebend – so Orbán dem staatlichen Kossuth Rádió. „Eine rechtzeitige Entscheidung zu treffen bedeutet auch, dass wir vorher die nötigen Informationen sammeln“, sagte er. Wir kommen jetzt von der Periode der Gruppenerkrankungen zu der Periode der Massenerkrankungen an. Wir haben also abgewartet, ob strengere Maßnahmen überhaupt erforderlich sind, fügte der Regierungschef hinzu.

Er hat weiterhin betont, wie unterschiedlich die Situation in den verschiedenen Regionen des Landes ausschaut. Damit wollte er sich die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass es nicht möglich wäre, zentrale Entscheidungen zu treffen. „Auf dessen Grund haben wir den Bürgermeistern in dieser Situation mehr Spielraum eingeräumt“, fügte er hinzu.

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Die Regierung verlängert die Ausgangsbeschränkung auf unbestimmte Zeit. Sie werden deren Notwendigkeit wöchentlich überprüfen, aber die Bürgermeister können lokal entscheiden, ob sie sie verschärfen möchten.

„In anderen Ländern scheint die Epidemie ihren Höhepunkt zu erreichen, aber wir sind noch nicht da“, sagte der Ministerpräsident. Er bemerkte auch, dass ein Fachteam die Lage in Österreich und Süddeutschland ständig beobachtet, „somit können wir rechtzeitig auf die Verschlechterung der Krise reagieren“ – so der Premier.

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Viktor Orbán sagte, er habe in den letzten Tagen mehrere Krankenhäuser besucht und mit zwei Offizieren die Ausrüstungskapazität überwacht. Ungarn benötigt mindestens 7.500 bis 8.000 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten. Unter normalen Bedingungen sind 2.000 Atemgeräte für die Versorgung der Kranken ausreichend.

Laut Orbán habe Ungarn bis jetzt die Zunahme der Neuinfektionen erfolgreich verlangsamt.

Wir haben Zeit gewonnen, aber die richtige Prüfung liegt noch vor uns. Wenn wir in das Stadium der Masseninfektionen übergehen, müssen wir schon auf die Lage sehr gut vorbereitet sein, damit eine ähnliche Situation wie in Italien oder Spanien vermieden werden kann

fügte er hinzu.

„Im Mittelpunkt unseres Denkens steht die Schaffung von Arbeitsplätzen. Das ist der Schwerpunkt unseres Krisenmanagements“ – so der Premier in Bezug auf die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie.

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Viktor Orbán redete auch davon, dass die Geldmenge, die in der Wirtschaft zur Verfügung steht, kann den Wert verlieren, wenn wir die Banken überbelasten. Die Ersparnisse der Menschen verlieren auch an Wert und die Unternehmen hätten keinen Zugang zu Krediten. Das würde bedeuten, dass sie den Menschen keine Arbeitsplätze schaffen könnten.

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Ein jeder muss einen Teil der Last tragen

wies Orbán auf die Oppositionsparteien hin.

Der Ministerpräsident ist davon überzeugt, dass diejenige Länder, die sich jetzt verschulden, und ein hohes Haushaltsdefizit aufweisen, können in wenigen Monaten in eine gefährdete Position kommen.

Unsere finanzielle Situation darf nicht geschwächt werden. Unter diesen Umständen soll das Haushaltsdefizit den 3 prozentigen Wert nicht erreichen. Im Wirtschaftsaktionsplan hat die Regierung dieses Niveau auf 2,7 Prozent festgelegt.

(via abouthungary.hu, Beitragsbild: MTI)