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Péter Pál Kiss holt unsere siebte Goldmedaille bei den Paralympics!

Zsófia Nagy-Vargha 2021.09.03.

Péter Pál Kiss gewann bei den Paralympics in Tokio die Goldmedaille im K-1 über 200 m. Tamás Juhász wurde im selben Wettbewerb Sechster. Der ungarische Favorit auf den Sieg in der KL1 – der Kategorie mit den meisten verletzten Athleten – der die Weltmeisterschaften 2019 in Szeged gewonnen hat und zweifacher Europameister ist, gewann bereits in den Vorläufen am Donnerstag glatt, indem er sein eigenes Rennen um zwei Bojenlinien gewann und die schnellste Zeit fuhr.

Der 18-jährige Kajakfahrer ist, nach Angaben des internationalen Verbandes, der jüngste Paralympics-Sieger in dieser Sportart.

Er war im Alter von acht Jahren aufgrund des Guillain-Barré-Syndroms von der Hüfte abwärts gelähmt – er gewann die vierzehnte Medaille der ungarischen Delegation, die siebte goldene.

Nach der Bekanntgabe der Ergebnisse sagte Kiss, er könne es noch nicht begreifen, was er erreicht habe und fügte hinzu, er sei vor allem glücklich, dass er erreicht habe, wofür er so viel gekämpft hat.

Nach der Weltmeisterschaft und der Europameisterschaft hätte ich auf jeden Fall gerne gut abgeschnitten. Natürlich haben wir es nicht vorhergesagt, aber ich wollte hier am Ende nicht auf einer Bananenschale ausrutschen

Foto: MTI/Koszticsák Szilárd

Er fügte jedoch hinzu, dass es trotz seiner Favoritenrolle schwierig war zu gewinnen, schon allein wegen des regnerischen und kälter als erwarteten Wetters.

Ich hatte nicht mit diesen Bedingungen gerechnet, ich hatte Sonnenschein und viel wärmeres Wetter erwartet, wir haben uns den ganzen Sommer über so vorbereitet, und ich glaube, das hat meine Leistung ein wenig beeinträchtigt. Außerdem hatte ich eine Verletzung, mein Ellbogen, den ich schon beim Aufwärmen spürte. Es herrschte also eine gewisse Nervosität vor dem Rennen…. 

Foto: MTI/Koszticsák Szilárd

Peter war 2011 nach einer Virus-Infektion gelähmt. Das Guillain-Barré-Syndrom mit einer mitunter kompletten Lähmung der Muskeln tritt sowohl nach bakteriellen als auch nach viralen Infekten auf. Nach der Rehabilitation setzte er seine Ausbildung an einer Grundschule zur Verbesserung der Mobilität fort, wo man ihm empfahl, mit dem Kajakfahren zu beginnen. Zunächst war er von der Idee nicht begeistert, aber er blieb hartnäckig und verliebte sich bei seinem ersten offenen Training auf der Donau in diesen Sport. Auf Anraten seines Trainers begann er im Alter von 14 Jahren mit Wettbewerben im Kajakfahren und gewann bald Gold- und Bronzemedaillen bei den ungarischen Meisterschaften. 2019 war es für ihn an der Zeit, sich auf der internationalen Bühne zu präsentieren: Von seiner ersten Auslandsreise kehrte er als Europameister nach Hause zurück.