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Pogácsa mit Bärlauch

Ungarn Heute 2021.04.16.

Für einige Wochen, ab Anfang bzw. Mitte März, werden einige unserer Wälder mit lebendiger grüner Farbe bedeckt, jedoch noch nicht die hohen Laubbäume. Millionen von Blättern bilden diesen riesigen grünen Teppich, der einen unverkennbaren Knoblauchgeruch erzeugt. Bärlauch ist die erste Pflanze im Frühling nach den Schneeglöckchen, die das Ende des Winters zeigt. Ihre Saison zieht die Menschen seit Jahrhunderten in die Wälder, und dieser Brauch ist in Ungarn immer beliebter. 

Der Name „Bärlauch“ ist keine ungarische Erfindung: „Allium ursinum“ hat bereits den Bären (ursus) in seinem lateinischen Namen und ist auch in mehreren anderen Sprachen zu finden. Es kann auf Englisch „bear’s garlic„, auf Deutsch „Bärlauch“, auf Spanisch „ajo de oso“ und auf Italienisch „aglio orsino“ genannt werden.

Es ist demnach nicht überraschend, dass es seinen Namen wirklich von den Bären bekommen hat, denn wenn ein Bär, der aus dem Winterschlaf aufwacht, nach seinem ersten Futter sucht, ist diese Pflanze das erste, was ein Tier sofort essen und ihn mit Vitaminen und Mineralien versorgen kann. D.h., es ist das erste grüne Futter der Wildtiere. Nach der Sage essen auch die Tiere es gerne wegen der magen- und darmreinigenden Wirkung.

Nun, diese Pflanze ist in Ungarn hauptsächlich im Mecsek-Gebirge heimisch, kommt aber auch anderswo vor (in den Wäldern um Sopron, in Bakony sowie in der Region „Őrség“. Der Lebensraum ist in erster Line im Schatten: in Buchen, Eichen- und Hainbuchenwäldern.

Der „Pogácsa mit Bärlauch“ ist vielleicht das Sensationellste, was mit Bärlauch zubereitet werden kann. In dieser Form ist es auch ein echtes ungarisches Gericht.

Zutaten
(für ca. 28 kleine Pogatschen)

120 g Margarine
1 Eigelb
180 g saure Sahne
1 gehäufter TL Salz
1 TL Zucker
250 g Mehl
3 g Trockenhefe

ein kleines Bündel Bärlauch

1 Ei

Mehl zum Dehnen

Zubereitung

Salz, Butter mit Raumtemperatur, Eigelb, Sauerrahm, Zucker und Hefe zum Mehl geben und gut kneten. An einem warmen Ort ca. 40-60 Minuten gehen lassen. Sobald es aufgegangen ist, können wir mit der Formatierung beginnen.

Bärlauch waschen und gut abtropfen lassen, in feine Streifen schneiden.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick ausrollen.  Mit Bärlauch bestreuen. Oben und unten falten, dann rechts und links, so dass sich die unterschiedlichen Ebenen „einander überlappen“. 20 Minuten ruhen lassen, dann wider ausrollen und wieder falten. Und das wiederholen wir noch einmal.

Nach dem letzten Falten ist der Bärlauch bereits gut in unseren Teig eingemischt. Dann ca. 2 cm dick ausrollen, mit einem scharfen Messer ein Karomuster einritzen. Mit dem Ei bestreichen und eine runde Form ausstechen, nach Geschmack mit Käse bestreuen.

Im Backofen (200 Grad vorgeheizt) ca. 20-25 Minuten goldgelb backen.

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(geschrieben von Adrienn Vass, Fotos: Péter Csákvári)