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Semmelweis Universität: Kann das Vitamin-D zum Schutz von Virusinfektionen beitragen?

Ungarn Heute 2020.05.27.

Die positiven Wirkungen des Vitamin D sind schon längst bekannt, wie auch die Tatsache, dass es in unserem Körper beim Aussetzen ans Sonnenlicht produziert wird. In den kommenden Sommermonaten brauchen gesunde Menschen keine D-Vitamin-Tablette zum Erhalten des notwendigen Vitaminspiegels, da es in der Sommerperiode 10-30 Minuten in der Sonne genügend sind, damit die entsprechende D-Vitamin-Menge in unserem Körper produziert wird. Dies sind täglich 2000 internationale Einheiten. Der orginelle Artikel wurde von der Semmelweis Universität auf ihrer Website veröffentlicht. 

Wenn wir in der Sommerperiode täglich eine Viertel oder halbe Stunde in der Sonne verbringen, und in den Wintermonaten die vom Hausarzt aufgeschriebenen 1000-2000 Einheiten von Vitamin D einnehmen, bleibt unser D-Vitamin-Spiegel in dem entsprechenden Intervall. Die Maximum 30 Minuten Sonne auf Gesicht, Arme, Schultern – es darf nicht in den Mittagsstunden gemacht werden – erhöht das Risiko von Hautkrebs oder sonstigen Hauterkrankungen nicht. Bei weiterem Sonnenbad muss man aber einen passenden Sonnenmittelschutz verwenden, der die Produktion von Vitamin D jedoch hemmt – betonte Dr. Tamás Masszi, Direktor der Klinik für Innere Medizin und Hämatologie der Semmelweis Universität.

Vitamin D ist in erster Linie für gesunden Knochenaufbau, aber unter anderem für Aufrechterhaltung der Muskelkraft wichtig. Seine Rezeptoren kommen auf allen Körperzellen vor.

Das Ersetzen des Vitamin D ist aber nur bis zum Niveau vorteilhaft, bis das nötige Vitaminmenge im Körper erreicht wird; da ein gesunder Mensch keine nicht braucht, zusätzliche Menge von Vitamin-D einzunehmen. Unter extremen Verhältnissen kann das Calcium zur Mehrbelastung und Nierenproblemen führen – betonte der Professor.

Man muss sich auch im Klaren darüber sein, dass wir vom täglichen Bedarf von 2000 internationalen Einheiten durch Ernährung nur 80 IE decken können.

Laut Statistiken in Ungarn bildet sich in der Herbst- und Winterperiode zwischen Oktober und März bei 9 von 10 Leuten ein D-Vitamin-Mangel aus.

Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der D-Vitamin-Zufuhr in Ungarn im Vergleich zu der Zeit vor 4-5 Jahren auf das Dreifache. Der Vorteil davon ist, dass dieses Vitamin zur Erhöhung der Schutzfähigkeit unseres Körpers gegen Krankheiten beitragen kann.

Aufgrund diesbezüglicher Untersuchungen kann festgestellt werden, dass in solchen Populationen, wo der Vitamin-D-Spiegel niedriger ist, es ein erhöhtes Risiko für Tod gibt.

Bei Erkrankungen der oberen Atemwege kann die Einnahme von Vitamin D eine positive Wirkung haben.

Die Erkältung, Grippe oder andere durch Coronavirus verursachte Erkrankungen der oberen Atemwege kommen im Winter häufiger vor, wo auch der niedrigere Vitamin-D-Spiegel eine Rolle spielen kann.

Dadurch scheint das Vitamin D vor Atemweginfektionen zu schützen, weiterhin ist auch die Tatsache bekannt, dass es auch auf Lymphozyten, auf Produktion von anti-pathogen Proteinen eine positive Wirkung ausüben kann – erklärte Dr. Tamás Masszi. Man kann also davon ausgehen, dass die Einnahme von Vitamin D gegen COVID-19 Infektionen eine immunverstärkende Wirkung haben kann; dies wurde aber durch konkrete Forschung noch nicht bestätigt – fügte noch der Professor dazu.

(Via: László Sturbán, Orsolya Dávid – Semmelweis Universität, Illustration: Richard Khuptong – Pixabay, Übersetzung: Judit Szlovák)