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Slowakei verbietet Gesang der ungarischen Hymne

Ungarn Heute 2019.04.05.

Nach einem kürzlich verabschiedeten Gesetz kann die Nationalhymne eines Landes in der Slowakei nicht gesungen oder gespielt werden, wenn keine offizielle Delegation dieses Staates anwesend ist. Daher ist das Singen der ungarischen Hymne auch strafbar. In der Slowakei leben gerade etwa eine halbe Million Ungarn, diese Zahl ist so groß, dass sie 8-9 Prozent der Gesamtbevölkerung der Slowakei ausmacht. 

Wie die slowakische Zeitung Parameter berichtete, verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das die Hymne eines anderen Landes zu einer rechtswidrigen Handlung macht. Über den Vorschlag wurde unter anderem von Vertretern der ungarisch-slowakischen Partei HID-Most abgestimmt.

In einer Ansprache im slowakischen Parlament äußerte sich der Abgeordnete Dušan Tittel (SNS) offen in einer anti-ungarischen Stimmung:

„Ich empfehle Ihnen, nach Dunaszerdahely zu gehen, um ein Fußballspiel zu sehen. Ich würde gerne mit Ihnen dabei sein, besonders wenn die 9.000 Fans des DAC die ungarische Hymne singen. Wir können es versuchen, aber ich glaube nicht, dass Sie sich gut fühlen werden. “

FC DAC 1904 Dunajská Streda ist eine slowakische Fußballmannschaft mit Sitz in Dunaszerdahely (Dunajsiká Streda). Der Club wird stark von der ungarischen Minderheit in der Slowakei unterstützt und ist für seine Atmosphäre berühmt. Eben deswegen wird das Gesetzt auch als „DAC-Gesetz“ genannt.

Die ungarischen Fans singen nicht nur die ungarische Hymne sondern auch einen ungarischen Song mit dem Titel: „Nélküled“ („Ohne dich“) vor jeden Matsch:

Die Beziehungen zwischen Ungarn und der Slowakei sollten auf gegenseitigem Respekt beruhen – sagte Außenminister Péter Szijjártó der staatlichen Nachrichtenagentur MTI per Telefon aus Washington, nachdem er den slowakischen Außenminister Miroslav Lajcak getroffen hatte.

Szijjártó fügte hinzu: er habe das Thema mit József Menyhárt, dem Chef der ungarischen Partei in der Slowakei, und Tibor Bastrnak, dem Gruppenführer von Most-Hid, einer jüngeren Regierungspartei, diskutiert. „Wir werden informiert bleiben, die anstehenden Ereignisse genau beobachten und die rechtlichen Auswirkungen prüfen. Unseres Erachtens könnte eine befriedigende Lösung in der Nähe sein“, sagte er.

Inzwischen forderte die ungarische Oppositionspartei Jobbik die Regierung auf, die Beziehungen zur Slowakei einzufrieren, bis das Land den Rückzug des Gesetzes garantiert. Das slowakische Gesetz sei „abstoßend und inakzeptabel“, verstoße gegen die Normen der Europäischen Union und sei „ein Schlag ins Gesicht“ für die Visegrád-Kooperation, sagte der Gesetzgeber von Jobbik, János Bencsik.

Ab dem 15. Mai wird das Singen der ungarischen Hymne mit einer Geldstrafe von EUR 7.000 bestraft.

(Via: Gábor Sarnyai – hungarytoday.hu, mti.hu, Beitragsbild: Új Szó – Tibor Somogyi)