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„Tag der Güte“ – Wir suchten den zweiten Tag des Eucharistischen Weltkongresses auf

Zsófia Nagy-Vargha 2021.09.06.

Katechese, Vorträge, Heilige Messe und ein Abend über die medizinische Mission in Afrika standen auf dem Programm des Eucharistischen Weltkongresses (IEC) am Montag. In der Budapester Hungexpo versammelten sich Tausende Pilger, um am zweiten Tag des Welttreffens die Eucharistie und die Lehren von Jesu zu feiern. Am Montag stand das Wort „Güte“ im Mittelpunkt. 

Auf der Hungexpo herrschte trotz der Menschenmassen und des engen Zeitplans keine Eile oder Ungeduld. Dank der vielen Freiwilligen gab es immer jemanden, den man um Hilfe bitten konnte. Am Eingang erhielt jeder ein „Pilgerpaket“, das die vollständige liturgische Niederschrift des Kongresses, ein Programmheft, ein Notizbuch, einen Stift, einen Regenmantel und sogar Handdesinfektionsmittel enthielt.

Mit einem Morgengebet begann dann der erste Tag des Eucharistischen Weltkongresses in der Budapester Hungexpo. Das Motto am Montag lautete: „Tag der Güte“. An jedem einzelnen Tag steht ein anderes Wort im Mittelpunkt. So kommt nach Güte „Friedlichkeit, Geduld, Hoffnung und schließlich Glaube“.

Hauptzelebrant beim Morgengebet war András Veres, Diözesanbischof von Győr, Vorsitzender der Ungarischen Katholischen Bischofskonferenz. Er betonte in seinem Gebet:

Genau wie die Liebe, durchdringt auch die Güte den ganzen Menschen. Ein guter Mensch hat gute Freunde, und wer die Liebe Gottes in sein Herz aufnimmt, hat Güte, und Güte durchdringt seine Umgebung. Bemühen wir uns also, in der Liebe Gottes zu leben!

Musikdienst gab die Gemeinschaft Emmanuel. Es war ganz erhebend, als Tausende Pilger mit dem Chor zusammen sangen.

Foto: MTI/Bruzák Noémi

Am Vormittag hat Kardinal Joao Tempesta, Erzbischof von Rio de Janeiro, die erste Katechese gehalten. Da er nicht nach Ungarn reisen konnte, hielt er seine Rede online.

Er betonte in seinem Vortrag, dass

die brasilianische Hauptstadt stolz die Statue von Christus dem Erlöser zeigt, ein Anblick, der zum Stadtbild von Rio de Janeiro gehört, aber auch eine Erinnerung daran ist, dass der Herr unsere Zivilisation heilen will. Sie macht auf die Versuchung der Gleichgültigkeit aufmerksam, denn wie oft gehen wir durch die Stadt, ohne die große Umarmung Christi zu bemerken? Alles wird zu einem Teil der Landschaft, während das Wunder der Wirklichkeit verblasst. Der Herr ist treu, das dürfen wir nicht vergessen. Wir machen uns keine Sorgen, wenn die Erde bebt, wenn er da ist.

Tempesta betonte auch die Bedeutung der Eucharistie, die, wie er sagte, „uns dazu verpflichtet, unser Leben zu ändern“. 

Fact

Orani João Tempesta, der „kugelsichere” Kardinal

Der brasilianische Kardinal hat zwei bewaffnete Raubüberfälle und eine Straßenschießerei überlebt. In den letzten sechs Jahren wurde sein Fahrzeug zweimal aufgehalten, er wurde ausgeraubt und sein Auto gestohlen. Einmal haben Polizisten und Drogenhändler auf der Straße ein Feuergefecht geführt, dessen Augenzeuge  Tempesta war. Nach den Gewalttaten hat er seinen 66. Geburtstag im berüchtigtsten Viertel der brasilianischen Großstadt unter den Obdachlosen gefeiert; den Bedürftigen hat er Milch serviert, er verteilte Kleider und Decken unter ihnen. Der Kardinal trat damit in die Fußstapfen von Papst Franziskus, der an seinem 77. Geburtstag mit den Obdachlosen von Rom gefrühstückt hat; im nächsten Jahr hat man auf seine Bitte Schlafsäcke an die Menschen auf der Straße verteilt.

MTI/Bruzák Noémi

Vor der Mittagspause gab es eine Heilige Messe, die von Erzbischof Piero Marini, dem Präsidenten der Päpstlichen Kommission für internationale eucharistische Kongresse, zelebriert wurde.

Die Messe war ganz international, unter anderem mit ungarischen und deutschen Gesängen. Aber die Liturgie wurde in lateinischer Sprache geführt.

Piero Marini betonte in seiner Predigt, dass die heutigen Bibeltexte während der Messe unsere Aufmerksamkeit ganz auf Jesus richten. Sie zeigen uns, warum alle unsere Ressourcen von ihm kommen. Mit dem Kommen Christi begann eine neue Phase in Gottes Zeit. „In ihm sind alle Schätze der Erkenntnis und der Weisheit verborgen“, zitierte der Erzbischof Sankt Paulus. Als Jesus im Evangelium einen gelähmten Mann heilt, am „Sabbat „, steht die ganze Lehre Jesu in dieser Passage des Evangeliums.

MTI/Bruzák Noémi

Es ist kein Zufall, wo der „Kranke“ steht, da ruft Jesu ihn in den Mittelpunkt des Raums hervor, es ist auch nicht zufällig, welche Hand er zu heilen hat, und auch nicht, dass Jesus die Fähigkeit des „Arbeitenkönnens“ durch Heilung  zurückgegeben hat. „Auf diese Weise hat Jesus auch die Schöpfung heraufbeschworen.“

Wir müssen lernen, dass die Zukunft unseres Glaubens nicht davon abhängt, wie wir die Liturgie feiern, sondern davon, wie wir diese Liturgie in unserem Leben nutzen können

so Kardinal Piero Marini weiter.

Schließlich sprach er über die Eucharistie selbst, deren Wunder durch den Kongress „Alle Menschen erleben können.“

Eine besondere Erwähnung verdient der Chor, der mit seinem wunderbaren Gesang der Messe wahrhaft Achtung gebot.

Nach einer kurzen Mittagspause, wofür die Organisatoren sorgten, begannen die weiteren Vorträge.

Zu den Referenten des Nachmittags gehörten der Franziskanermönch Csaba Böjte, Joseph-Marie Ndi-Okalla, Bischof von Mbalmayo, Kamerun, die amerikanische Theologin Mary Healy, Mitglied der Päpstlichen Bibelkommission, und Damian Stayne, Gründer der katholischen charismatischen Gemeinschaft Cor et Lumen Christi.

Am Nachmittag fanden auf dem Széll Kálmán-Platz und der Missionsbühne auf dem Örs vezér-Platz Konzerte und Zeugnisse statt. Den ganzen Tag über gab es auf dem Platz vor der Stephansbasilika einen Markt und am Nachmittag präsentierten katholische Verleger ihre Werke auf der dortigen Bühne. Danach gab es Volkstanzvorführungen, ein musikalisches Literaturprogramm und ein Volksmusikkonzert.

In der Stephansbasilika gab es Vorträge unter dem Titel „Mission in Afrika“. Hauptredner waren Valerian Okeke, Erzbischof von Onitsha, Nigeria, Izunna Okonkwo, Direktor des Borromäus-Krankenhauses St. Charles in Onitsha, und András Csókay, Neurochirurg und Gründer der medizinischen Mission in Nigeria.

(Titelbild: MTI/Bruzák Noémi)