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Filmmusik vom Oscarpreisträger „Parasite“ ist eine ungarisch-koreanische Koproduktion

Ungarn Heute 2020.02.12.

Am Sonntag schrieb der südkoreanische Film „Parasite“ bei den 92. Oscar-Verleihung Geschichte. Erstmals ging der bekannteste Filmpreis der Welt in der Hauptkategorie „Bester Film“ an eine nicht englischsprachige Produktion. Die Musik des Films wurde unter Mitwirkung ungarischer Musiker produziert: Die Partitur wurde von Bálint Sapszon und Norbert Elek orchestriert und auch von ungarischen Musikern in Budapest aufgeführt.

Die südkoreanische Satire von Bong Joon-ho gewann vier Oscars, darunter in der Kategorie „Bester Film“, „Regie“, „internationaler Film“ und „Originaldrehbuch“. Obwohl die Filmmusik nicht für einen Oscar nominiert war, wurde sie von vielen gelobt. Der ungarische öffentlich-rechtliche Rundfunk Kossuth Radio berichtete über die ungarischen Kompinisten – schrieb index.hu.

Bálint Sapszon, der in einer musikalischen Familie aufgewachsen ist, arbeitete schon vor drei Jahren mit dem südkoreanischen Regisseur zusammen. Er komponierte die Musik des Films „Okja“. Der Regisseur hat ihn vor einem Jahr kurz vor Weihnachten wieder aufgesucht, in Bezug auf seinen neuen Film, „Parasite“. Sapszons Team hatte nur wenige Tage Zeit, um die Musik für den Film zusammenzustellen.

Fact

Parasite (Originaltitel: 기생충 / Gisaengchung) ist ein südkoreanischer Spielfilm von Bong Joon-ho aus dem Jahr 2019. Die Gesellschaftssatire um den Sohn einer armen Familie (dargestellt von Choi Woo-shik), der sich den Job eines Privatlehrers bei einer reichen Familie erschleicht und mit der Zeit seiner Familie ebenfalls Stellen in dem luxuriösen Anwesen verschafft, war ein großer Erfolg bei Publikum und Kritikern. Synopsis: Die ganze Familie Ki-taek ist arbeitslos und umso mehr interessiert sie sich für den sorglosen Lebensstil der wohlhabenden Familie Park. Dank einer glücklichen Fügung und der Empfehlung eines Freundes gelingt es dem Sohn, eine Anstellung als privater Englischlehrer bei den Parks zu ergattern. Dies ist der Anfang einer unkontrollierbaren Verkettung von Ereignissen, aus deren Sogwirkung niemand wirklich heil herauskommen wird…

Der Soundtrack enthält eine minimalistische, klaviergesteuerte Originalpartitur des koreanischen Filmkomponisten Jung Jaeil sowie Musik von Händel und dem italienischen Sänger Gianni Morandi. Laut Kossuth Radio mussten Sapszon und sein Team für „Parasite“ symphonische Musik schaffen und verwendeten Instrumente wie beispielsweise ein Cembalo, die heute in Filmmusik nicht mehr typisch sind.

In der Musik dominiert vor allem die Barockmusik, aber es gibt viele Teile mit unterschiedlichen Soundeffekten. Die Filmmusik stammt vom Komponisten Jeong Jae-il, mit dem Bong bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet hatte. In den End Credits ist das Lied A Glass of Soju zu hören, das von Choi Woo-shik, dem Darsteller des Ki-woo, interpretiert wird. Dieses schaffte es auf die Shortlist für den Oscar für den besten Song, wurde letztlich aber nicht nominiert. Daneben kommen in Schlüsselszenen des Films drei weitere Musikstücke vor: Die Arien Spietati, io vi giurai und Mio caro bene aus Georg Friedrich Händels Oper Rodelinda sowie das Lied In ginocchio da te von Gianni Morandi. Der in Los Angeles lebende Komponist Bálint Sapszon und sein Co-Autor Elek Norbert sind auch als Mitwirkende in der Musikabteilung auf der IMDb-Website von Bong Joon Ho zu sehen.

(Via: Fanni Kaszás – Hungary Today, movies.ch, wikipedia.org, balintsapszon.com, index.hu, Beitragsbild: Parasite – Facebook)