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Ungarische Post schafft den 174 Jahre alten Telegramm-Service ab

Ungarn Heute 2021.04.07.
FIZETŐS

Das staatliche ungarische Postunternehmen Magyar Posta gab am Dienstag bekannt, dass es nach 174 Jahren am 30. April den Inlandstelegrammdienst einstellen wird.

Grund: Die Nachfrage nach dem Dienst sei in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen: 30 Jahre zuvor wurden jährlich etwa 8 Millionen Telegramme gesendet; im vergangenen Jahr nur 23.000.

Fact

Telegramm heißt wörtlich übersetzt: Fernschrift oder Fernschreiben. Die Bezeichnung „Telegramm“ erfand 1852 der Amerikaner E. P. Smith, die sich ab 1860 auch im europäischen Sprachgebrauch durchsetzte. Die Reichspost verwendete für Telegramme bis 1878 den Begriff „Depesche“. Telegramme wurden früher meist per Fernschreiber übermittelt. Da sich das Entgelt (früher: Gebühr) für ein Telegramm nach der Anzahl der Wörter richtet, hat sich ein sogenannter Telegrammstil eingebürgert, z. B. sagt man statt „Ich komme am Freitag um 17:00 Uhr an.“ abgekürzt „Ankomme Freitag 17 Uhr.“ Aus diesem Grund konnten Empfänger auch eine verkürzte Telegrammadresse, das „Drahtwort“, beantragen.

Briefmarken erinnern an die erste frei gewählte ungarische Regierung
Briefmarken erinnern an die erste frei gewählte ungarische Regierung

Zum Gedenken an „30 Jahre Freiheit“ hat Magyar Posta eine Reihe von Briefmarken herausgegeben, die den Wechsel des politischen Systems in Ungarn von 1989 bis 1990 und seine erste frei gewählte postkommunistische Regierung markieren. Die Regierung erklärte 2020 zum Gedenkjahr, und die Öffentliche Stiftung für Forschung zur Geschichte und Gesellschaft Mittel- und Osteuropas initiierte die […]Continue reading

Der Telegrammdienst wurde in mehreren europäischen Ländern eingestellt, darunter in Österreich, der Tschechischen Republik, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Slowenien.

(Quellen: mti.hu, wikipedia.org, Titelbild: Die in London lebende ungarische Frau, Mária Orost erhielt dieses Telegramm am 2. November 1956 von ihrem Ehemann sowie eine Broschüre über die zentralungarische Stadt Tatabánya. Für die Frau symbolisieren diese beiden Objekte am besten ihre Heimat. Das Foto wurde am 13. Oktober 2016 aufgenommen, Via: MTI – Bea Kallos)