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Ungarn gibt Kinderrüstung von König Sigismund II. an Polen zurück

Ungarn Heute 2021.02.18.

„Ungarn brachte die Kinderrüstung des polnischen Königs Sigismund II. Augustus im Namen der Freundschaft zwischen den beiden Ländern nach Polen zurück“, dies kündigte Ministerpräsident Viktor Orbán am Mittwoch in Krakau an. Der Kunstschatz gelang aufgrund eines Missverständnisses nach Ungarn, jetzt gab ihn der Premierminister zurück.

Der ungarische Ministerpräsident präsentierte den Harnisch bei einer Zeremonie im „Königsschloss Wawel“ und sagte, „es war keine leichte Geschichte“, zu entscheiden, wer Rechte an dem Kunstschatz habe.

Aber nach einiger Zeit wurde klar, dass die Wahrheit auf polnischer Seite ist und dieses Objekt ihnen gehört, obwohl auch wir es geliebt haben

sagte er.

„Die Situation war auch durch die Tatsache kompliziert, dass Historiker dazu neigen, alles zu schützen, was Teil der nationalen Kultur ist, und sind nie glücklich, wenn sie einen Gegenstand aufgeben müssen“ so Orbán weiter.

Der Premierminister stellte fest, dass die Rüstung aufgrund eines Missverständnisses in Ungarn gelandet war. Experten glaubten, es handele sich um die Rüstung von König Ludwig II. von Ungarn. „Wir dachten, es gehört uns“, sagte er und fügte hinzu, dass sich später klärte: es ist die Rüstung von Sigismund II. Augustus von Polen.

MTI/Miniszterelnöki Sajtóiroda/Fischer Zoltán

„Als sich der polnische Ministerpräsident mit einer offiziellen Bitte an Ungarn wandte, traf Ungarn die einzig richtige Entscheidung und jetzt geben wir ihnen diesen Kunstschatz zurück“ fügte Orban hinzu.

Fact

Sigismund war Sohn von König Sigismund I. und dessen zweiter Ehefrau, Bona Sforza. Er war seit 1529 Großfürst von Litauen, übernahm aber erst ab 1544 selbständig Verantwortung von Staatsgeschäften. 1530 wurde er, vom polnischen Adel nur widerstrebend akzeptiert, zu Lebzeiten seines Vaters per Vivente Rege zum König von Polen gekrönt, trat die Königswürde aber erst nach dessen Tod 1548 an. Sigismund II. blieb in seinen drei Ehen mit Elisabeth (1526–1545), Barbara Radziwiłł (1520–1551) und Katharina (1533–1572) kinderlos. Mit seinem Tod erlosch das Königsgeschlecht der Jagiellonen im Mannesstamm, daher wurde die Nachfolge in der Lubliner Union 1569 geregelt. Die sterblichen Überreste Sigismund II. Augusts wurden in der Wawel-Kathedrale zu Krakau beigesetzt.

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki dankte Ungarn für die Rückgabe der Rüstung und sagte, dies sei fortan ein weiteres Symbol der polnisch-ungarischen Freundschaft. Morawiecki begrüßte es, dass die Rüstung zum königlichen Schloss zurückkehre, wo die Asche von Sigismund II. Augustus aufbewahrt wird.

(Via: mti.hu, wikipedia.org, Bild: MTI – Zoltán Fischer)