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Viktor Orbán verspricht strenge Untersuchung nach Brand in der MOL-Donauraffinerie

Ungarn Heute 2025.10.21.
MOL-Donauraffinerie in Százhalombatta

In der Nacht zum Montag ist in der Donauraffinerie der ungarischen Ölgesellschaft MOL in Százhalombatta ein Feuer ausgebrochen. Das Feuer, das in der AV3-Anlage zur Rohstoffverarbeitung entstand, konnte in den frühen Morgenstunden von den Einsatzkräften lokalisiert werden. Nach Angaben des Unternehmens und der Behörden wurde niemand verletzt.

MOL bestätigte in einer Mitteilung, dass der Brand in der AV3-Anlage ausgebrochen sei. Die Einsatzkräfte hätten das Feuer lokalisiert und seien weiterhin mit den Löscharbeiten beschäftigt. Die genaue Ursache des Zwischenfalls werde untersucht.

Augenzeugen berichteten in der Nacht, dass Flammen und Rauchwolken von der Raffinerie aus kilometerweit sichtbar waren, einige Medien schrieben von möglichen Detonationen.

Fact

Die Donau-Raffinerie nahm ihren Betrieb 1965 in Százhalombatta auf und ist eine der wichtigsten Erdölverarbeitungsanlagen des Landes. In der Anlage ist die werkseigene Feuerwehr der MOL stationiert, die im Notfall als erste eingreift und auch in diesem Fall zuerst vor Ort war.

MOL-Donauraffinerie in Százhalombatta (Foto: Noémi Bruzák/MTI)

Bereits im Juli war es zu einem Zwischenfall in der Donau-Raffinerie gekommen, als eine technologische Störung zu verstärktem Abfackeln (Flaring) führte – einem kontrollierten Verbrennen von Gasen, das bei Betriebsproblemen oder Notentlastungen angewendet wird und damals dicken schwarzen Rauch verursachte.

Zuerst rückte die werkseigene Feuerwehr der MOL aus. Unterstützt wurde sie von Berufsfeuerwehren aus Érd, Törökbálint, Budapest und Szigetszentmiklós.

Zum Löschen wurden Schaum- und Wasserwerfer eingesetzt.

Die Katastrophenschutzdirektion des Komitats Pest entsandte ihren Einsatzdienst sowie mobile Labore aus den Komitaten Pest und Komárom-Esztergom zur Überwachung der Lage.

Bürgermeister Mihály Vezér (Értünk Százhalombattai Közéleti Egyesület) informierte die Öffentlichkeit auf seiner Social-Media-Seite, dass der Führungsstab der Stadtverwaltung aktiviert wurde und in ständigem Kontakt mit dem Krisenstab der Raffinerie stehe, um die Bevölkerung kontinuierlich zu informieren.

Ministerpräsident Viktor Orbán äußerte sich am Dienstagmorgen zu dem Vorfall. Er teilte auf seiner Social-Media-Seite mit, dass er sich mit der MOL-Führung und dem Innenminister beraten habe.

Die Kraftstoffversorgung Ungarns ist gesichert,“ betonte der Regierungschef und kündigte eine strenge Untersuchung der Brandursache an.

Eine bemerkenswerte Koinzidenz ist, dass der Vorfall in Százhalombatta sich nur kurz nach einer Explosion in der rumänischen Petrobrazi-Raffinerie in Ploiești, die von der russischen Lukoil betrieben wird, ereignete. Dort gab es am Montagmittag eine Detonation, bei der ein 57-jähriger Arbeiter schwer verletzt wurde. Die rumänische Anlage war zum Zeitpunkt des Unglücks wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet.

Offizielle Informationen über einen Zusammenhang zwischen dem Brand in der ungarischen Raffinerie und dem Vorfall in der rumänischen Raffinerie liegen nicht vor.

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