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Medi Uni Wien: COVID-19-Lungentransplantation erstmals in Europa – mit der Leitung eines ungarischen Arztes

Ungarn Heute 2020.06.02.

Im Wiener AKH ist einer CoV-Patientin, deren Lunge schon schwer geschädigt war, eine neue Lunge transplantiert worden. Dieser Eingriff wurde erstmals in Europa durchgeführt. Mit der Leitung eines ungarischen Arztes, György Lang. 

„Aus Klagenfurt haben uns Kollegen aufgesucht, um bei der Behandlung einer 45-jährigen Mutter von zwei Kindern zu helfen, die seit sechs Wochen nur noch durch eine Kreislaufpumpe (ECMO – Extracorporale Membran Oxygenation) am Leben gehalten wurde“ – erzählte der ungarische Chirurg gegenüber dem ungarischen Portal valaszonline.hu. György Lang fügte hinzu: es entwickelte sich bei der 45-Jährigen ein Totalversagen der Lunge, sodass sie nicht mehr künstlich beamtet werden konnte. Die AKH-Ärzte entschieden sich daraufhin für eine Lungentransplantation.

„Die Kollegen aus Klagenfurt hatten das Gefühl, das Ende ihrer beruflichen Möglichkeiten erreicht zu haben, sie riefen uns verzweifelt an, und ich entschied sofort: Wir würden den Patienten übernehmen und sehen, was wir für sie tun könnten.“ – so Lang.

Die Transplantation ist laut Lang unter extrem schwierigen Umständen erfolgt. Die Patientin hatte keine ausreichende Zahl an Blutplättchen, und da auch Antikörper nachweisbar waren, mussten diese mittels Immunapherese zuerst ausgewaschen werden, damit sie das Organ nicht abstößt. Auch beim Transport der Lunge und bei der Vorbereitung auf die Operation hätten insbesondere wegen der erforderlichen COVID-19-Logistik mit den entsprechenden Schutzmaßnahmen erschwerte Bedingungen geherrscht.

Premiere in Europa

Die Transplantation war heikel, wurde in Europa noch nie an Covid-19-Patienten durchgeführt. „Aus unserer Sicht geht es ihr jetzt hervorragend, wir haben kein gravierendes Problem bisher. Sie wacht jetzt langsam auf“, sagte Walter Klepetko, der Leiter der Universitätsklinik für Chirurgie und Leiter der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie der MedUni Wien/AKH Wien, im Gespräch mit der APA – berichtet mediuniwien-at.

Als besonders heikel gilt die Transplantation, weil Medikamente gegen eine Abstoßungsreaktion gegeben werden mussten, die die Immunabwehr unterdrücken – bei einer hochinfektiösen Erkrankung sehr riskant. Die Transplantation verlief jedoch erfolgreich. Die Frau befindet sich laut AKH bereits auf dem Weg der Besserung.

(Via: valaszonline.hu,  mediuniwien-at, Beitragsbild: Illustration – scotth23 – Pixabay)