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Zukunftsweisende Investition in eine Ölpipeline nach Serbien

Ungarn Heute 2025.04.03.

Als Ergebnis „einer weiteren mutigen und souveränen Entscheidung“ kann eine neue Erdölleitung zwischen Ungarn und Serbien gebaut werden. Die Machbarkeitsstudie wurde bereits abgeschlossen, sodass die Investition bis 2028 realisiert werden kann. Dadurch sind die beiden Länder bei der Durchleitung der beiden wichtigsten Energieträger nicht mehr auf andere angewiesen, gab der ungarische Außen- und Handelsminister am Mittwoch in Belgrad bekannt.

Péter Szijjártó erklärte nach seinem Treffen mit der serbischen Ministerin für Energie, Dubravka Dedović, dass eine Ölpipeline in entgegengesetzter Richtung zur Gaspipeline gebaut werden soll, die es Serbien ermöglicht, über Ungarn mit Öl versorgt zu werden.

Der Minister hob hervor, dass jede neue Pipeline die Sicherheit der Energieversorgung erhöht, aber in Bezug auf die Erdölversorgung der Region hat sich gezeigt, dass nicht alle Länder zuverlässige Transitländer sind. Er erwähnte auch, dass

die Machbarkeitsstudie in Ungarn abgeschlossen wurde, die die ungarische Ölgesellschaft MOL am Mittwoch den Vertretern beider Regierungen vorgestellt hat.

Darüber hinaus hat die serbische Führung das für den Bau erforderliche Gebietsschema genehmigt.

Nach Angaben des Politikers kann mit dem Bau Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres physisch begonnen werden, was zur Folge hat, dass

bis 2028 eine neue, absolut über die gesamte Länge funktionsfähige Erdölleitung zwischen den beiden Ländern errichtet wird.

Péter Szijjártó informierte darüber, dass in Ungarn zwei wichtige Investitionen getätigt werden müssen. Einerseits muss die Kapazität der Pipeline erweitert werden, die die ukrainisch-ungarische Grenze mit Százhalombatta verbindet, andererseits muss von dort aus eine völlig neue, 190 Kilometer lange Leitung bis zur serbischen Grenze gebaut werden. Er fügte hinzu, dass diese Investition insgesamt einen Wert von 130 Milliarden Forint (324 Mio. Euro) darstellen wird.

Die Kapazität der neuen Leitung wird etwa 4,5 Millionen Tonnen pro Jahr betragen, was es ermöglichen wird, die Erdölraffinerie in Pančevo bzw. die Erdölversorgung Serbiens vollständig über Ungarn abzuwickeln.

Danach sind wir bei der Einfuhr der beiden wichtigsten Energieträger nur noch aufeinander angewiesen, sagte der Politiker. Er betonte, dass derzeit der gesamte Erdgasbedarf Ungarns über Serbien gedeckt werden kann und mit der neuen Investition der gesamte Erdölbedarf Serbiens über Ungarn gedeckt werden kann.

Der Minister berichtete, dass der Krieg in der Ukraine die Energiesicherheit ganz Mitteleuropas vor große Herausforderungen gestellt hat, aber es gelungen ist, die stabile Versorgung zu garantieren, indem alle Schwierigkeiten überwunden wurden. In diesem Zusammenhang betonte er die Bedeutung der Entscheidung von vor einigen Jahren, die zum Bau der TurkStream-Pipeline führte, und wies darauf hin, dass die Versorgung keines der beiden Länder ohne diese heute möglich wäre. „Nach der enormen Rekordmenge im letzten Jahr fließen in diesem Jahr bisher täglich mehr als 20,7 Millionen Kubikmeter Erdgas über die TurkStream-Pipeline durch Serbien nach Ungarn. Das gab es noch nie zuvor“, so Péter Szijjártó.

Obwohl die Nachricht über den Bau der neuen Erdölleitung ein zukunftsorientierter Schritt ist, darf nicht vergessen werden, dass Erdöl nach Ungarn über die Ukraine und Kroatien gelangt und diese Länder ihre Position regelmäßig missbrauchen, wodurch sie keine zuverlässigen Partner in Bezug auf den Transport sind.

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via mti.hu, Beitragsbild: Pixabay