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15. März: Sándor Petőfis Nemzeti Dal (Nationales Lied), Ungarns berühmtestes Gedicht

Ungarn Heute 2020.03.14.

Vor 172 Jahren, am 15. März 1848, las der junge Dichter und Revolutionär Sándor Petőfi der versammelten Menge in der Innenstadt von Budapest ein Gedicht vor. Am Ende des Gedichts sangen alle gemeinsam den Refrain, als sie begannen, durch die Stadt zu marschieren, die Presse zu ergreifen, politische Gefangene zu befreien und das Ende der habsburgischen Herrschaft in Ungarn zu erklären. Von Anfang an forderte Petőfi in seinen Werken einen unabhängigen ungarischen Nationalstaat. Artikel geschrieben von Fanni Kaszás – Hungary Today

Freiheit und Liebe / Diese beiden muss ich haben. / Für meine Liebe werde ich opfern / Mein Leben. / Für die Freiheit werde ich meine Liebe opfern.

schrieb Sándor Petőfi in einem seiner berühmten Gedichte, und tatsächlich opferte er letztendlich sein Leben für die Freiheit Ungarns. Nachdem Petőfi eine führende Rolle im literarischen Leben der vorrevolutionären Ära gespielt hatte, kam am 15. März 1848 der größte Tag in seinem schmerzlich kurzen Leben.

Der talentierte Dichter, Mitglied der sogenannten radikalen Jugendbewegung „Jugend des März“, war Mitautor bzw. Autor der beiden wichtigsten schriftlichen Dokumente der Revolution: der 12 Punkte (politische Forderungen) und seiner revolutionäres Gedicht Nemzeti Dal. Beide wurden am 15. März von Petőfi selbst auf der Vordertreppe des Nationalmuseums präsentiert.

Nachdem Petőfi sich keinen Sitz in der Nationalversammlung nach der Revolution sichern konnte, beschloss er, sich der ungarischen Revolutionsarmee anzuschließen, und kämpfte unter dem polnischen liberalen General Józef Bem in der siebenbürgischen Division. Zuletzt wurde er in der Schlacht von Segesvár (Sighișoara, Rumänien) am 31. Juli 1849 lebend gesehen, wo er vermutlich bei den Kämpfen getötet wurde.

Zu Ehren des Jahrestages der Revolution und des Unabhängigkeitskrieges von 1848/49 ist hier Petőfis „Nationales Lied“ auf Ungarisch und auf Deutsch:

Nemzeti dal 

Talpra magyar, hí a haza!
Itt az idő, most vagy soha!
Rabok legyünk, vagy szabadok?
Ez a kérdés, válasszatok! –
A magyarok istenére
Esküszünk,
Esküszünk, hogy rabok tovább
Nem leszünk!

Rabok voltunk mostanáig,
Kárhozottak ősapáink,
Kik szabadon éltek-haltak,
Szolgaföldben nem nyughatnak.
A magyarok istenére
Esküszünk,
Esküszünk, hogy rabok tovább
Nem leszünk!

Sehonnai bitang ember,
Ki most, ha kell, halni nem mer,
Kinek drágább rongy élete,
Mint a haza becsülete.
A magyarok istenére
Esküszünk,
Esküszünk, hogy rabok tovább
Nem leszünk!

Fényesebb a láncnál a kard,
Jobban ékesíti a kart,
És mi mégis láncot hordunk!
Ide veled, régi kardunk!
A magyarok istenére
Esküszünk,
Esküszünk, hogy rabok tovább
Nem leszünk!

A magyar név megint szép lesz,
Méltó régi nagy hiréhez;
Mit rákentek a századok,
Lemossuk a gyalázatot!
A magyarok istenére
Esküszünk,
Esküszünk, hogy rabok tovább
Nem leszünk!

Hol sírjaink domborulnak,
Unokáink leborulnak,
És áldó imádság mellett
Mondják el szent neveinket.
A magyarok istenére
Esküszünk,
Esküszünk, hogy rabok tovább
Nem leszünk!

Nationallied

Auf, die Heimat ruft, Magyaren!
Zeit ist’s, euch zum Kampf zu scharen!
Wollt ihr frei sein oder Knechte?
Wählt! Es geht um Ehr und Rechtei
Schwören wir beim Gott der Ahnen:
Nimmermehr
beugen wir uns den Tyrannen!
Nimmermehr!

Sklaven waren wir, Verräter
an dem Geiste unsrer Väter,
die im Grab nicht Ruhe fanden,
seit die Freiheit ging zuschanden.
Schwören wir beim Gott der Ahnen:
Nimmermehr
beugen wir uns den Tyrannen!
Nimmermehr!

Fluch dem Wicht, der jetzt versagte,
feige nicht zu kämpfen wagte,
dem sein Leben teurer wäre
als des Vaterlandes Ehre!
Schwören wir beim Gott der Ahnen:
Nimmermehr
beugen wir uns den Tyrannen!
Nimmermehr!

Statt die Ketten zu zerschlagen,
haben wir sie stumm ertragen.
Rühmlicher und ehrenwerter
sind für Männerhände Schwerter!
Schwören wir beim Gott der Ahnen:
Nimmermehr
beugen wir uns den Tyrannen!
Nimmermehr!

Waschen wir mit Blut die Schande
weg von unsrem Vaterlande,
daß sein Schild in allen Breiten
strahle wie zu alten Zeiten!
Schwören wir beim Gott der Ahnen:
Nimmermehr
beugen wir uns den Tyrannen!
Nimmermehr!

Unsre Kinder sollen später
an den Gräbern ihrer Väter
stets in dankbarem Gedenken
ehrfurchtsvoll die Häupter senken!
Schwören wir beim Gott der Ahnen:
Nimmermehr
beugen wir uns den Tyrannen!
Nimmermehr!

(Via: Fanni Kaszás – Hungary Today, Gedichte: https://mek.oszk.hu/, Beitragsbild:  https://hu.wikipedia.org/wiki/Nemzeti_dal)