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6500 Jahre alte Statuette „Venus von Egerszeg“ ausgestellt

Ungarn Heute 2020.07.20.

Archäologen des Göcsej-Museums fanden Fragmente eines 6500 Jahre alten Idols, einer künstlerisch detaillierten weiblichen Tonstatue aus der Lengyel-Kultur. Diese war eine Kultur der europäischen Jungsteinzeit, die sich auf die Mittlere Donau in Mitteleuropa konzentrierte. Die als „Venus von Egerszeg“ benannte Statuette wurde bei den Bauarbeiten einer Teststrecke für selbstfahrende Fahrzeuge in Zalegerszeg gefunden. 

Seit 2017 überwachen die Mitarbeiter des Museums kontinuierlich die Erdarbeiten der Teststrecke. Im östlichen Teil des Gebiets, oberhalb des Nagypáli-Baches, wurden Spuren einer großen Siedlung der Lengyel-Kultur gefunden, die im 5. Jahrtausend v. Chr. gebildet wurde.

Fact

Die dreiphasige Lengyel-Kultur, in Österreich auch Mährisch Bemaltkeramische Kultur (MBK) genannt, ist eine jungsteinzeitliche Kultur, die primär in der Südwestslowakei und in West-Ungarn, aber auch in Ostösterreich, Mähren und Kroatien beheimatet ist und sich später sowohl nach Polen als auch Bayern (Münchshöfen) ausbreitete. Der namensgebende Ort Lengyel, wo zwischen 1882 und 1888 etwa 90 Gräber untersucht wurden, liegt in Zentral-Ungarn im Komitat Tolna. Der Name der Kultur wurde Anfang der 1920er Jahre von Oswald Menghin eingeführt. (Quelle: Wikipedia.org)

Foto: MTI – György Varga

Der schönste Fund der letzten drei Jahre, eine weibliche Tonstatue, wurde dieses Jahr am 7. Juli gefunden. Das Besondere am Idol ist die sorgfältige Ausarbeitung: Bisher wurden nur sehr wenige fein gearbeitete Tonstatuen aus der Zeit der Lengyel-Kultur entdeckt.

Eine ähnliche Figur wurde schon in Österreich gefunden. „Die Venus von Langenzersdorf“ ist eine unbemalte Figurine, die 1955–1956 im Ortsteil Burleiten (Grabung Ladenbauer-Orel) gefunden wurde. Die Venus von Langenzersdorf war Österreichs Beitrag zur Weltausstellung in Brüssel im Jahr 1958.

Foto: MTI – György Varga

In diesem Gebiet wurden bereits mehrere Objekte ausgegraben. Keramikfragmente, Steinwerkzeuge sowie Fragmente in Gelb, Rot und Weiß wurden gefunden, die typisch für die Lengyel-Kultur sind. Die Statuetten wurden wahrscheinlich absichtlich in kleine Stücke zerbrochen. Forscher stellten die Hypothese auf, dass der Ritus der prähistorischen Gemeinschaft mit der Natur und der Fruchtbarkeit des Ackerlandes zusammenhängen könnte.

(Via: Hungary Today, wikipedia, mti.hu, Beitragsbild: MTI – György Varga)