Sport

Alles läuft nach Plan? Weiteres Stadion ohne ungarischer Fußball

Es wird für die Fußball-EM 2020 gebaut. Das nächste Stadion, das in Budapest stehen wird, ist das Puskás Ferenc Stadion. Die Bauarbeiten wurden vor einigen Tagen vom Ministerpräsidenten Viktor Orbán und dem Präsidenten des Ungarischen Fußballverbandes (MLSZ) besucht. Ein neues Fußballstadion, das mit den Anforderungen des internationalen Spielbetriebes und den UEFA-Erfordernissen Schritt halten kann, steht schon seit 2010 auf der Prioritätenliste der Orbán-Regierung, ebenso wie ein “Olympiazentrum”. Viele stellen aber die Frage: wem werden diese Stadien gebaut?

68.000 Plätze, 190-200 Milliarden Forint (etwa 613 Mio. €). Der Neubau soll bis zum November 2019 abgeschlossen sein. Im März 2012 ließ Ministerpräsident Viktor Orbán verlautbaren, dass eine neue Arena entstehen soll. Daneben soll die gesamte Gegend rund um das Stadion zu einem größeren Sportkomplex ausgebaut werden. Dazu soll zu den schon bestehenden Gebäuden wie der Papp László Sportarena eine Schwimmarena, eine Radrennbahn und eine Fechthalle erbaut werden. Inzwischen gingen diese Pläne zugrunde. Das Stadion wird nur als Fußballfeld funktionieren. Für etwa 200 Milliarden Forint. Wenn Ungarn zur Europameisterschaft 2020 kommt, kann die Nationalelf zwei Gruppenspiele auf dem heimischen Rasen spielen. Vielleicht verbesserte die Chancen die Ernennung des Italieners Marco Rossi zum Kapitän. Wenn die ungarische Nationalmannschaft 2020 nicht in dem Top 24 ist, dann werden Teams der Region hier, in diesem brandneuen Stadion spielen.

„Orbán möchte ein neues goldenes Zeitalter im ungarischen Fußball herbeiführen; sein Rezept sind modernste Stadien und üppige Steuergelder, denn der Erfolg soll nicht am fehlenden „Kleingeld“ scheitern.” – schrieb budapester.hu in einem umfangreichen Artikel über den ungarischen Fußball. Es scheint so zu sein: das Geld steht zur Verfügung, es fehlt nur noch an einen Systemwechsel.

Neue Stadien in Ungarn in den letzten Jahren (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

2014 Pancho Arena in Felcsút: 13 Mio. EUR teures Projekt, das überwiegend aus einer eigens dafür eingeführten Sondersteuer für „beliebte Mannschaftssportarten“ gebaut wurde.

2014: 13,5 Mrd. Forint Stadion in Debrecen

2014: Groupama Aréna, 19,5 Mrd. Forint

Renovierung des Stadions in Szolnok, 2,5 Mrd. Forint, Gyirmót 910 Millionen Forint, Neue Stadien in Mezőkövesd (1,25 Mrd.) und Balmazújváros (640 Mio.)

MTK: 5500 Plätze, 6,5 Mrd. Forint, Haladás: 9,6 Mrd.

Die folgenden ungarischen Teams bekommen in der Zukunft neue Stadien:  Videoton (11 Mrd.) Budapest Honvéd (5,5 Mrd.), DVTK (8 Mrd.) und Vasas (7,5 Mrd.)

In Szigetszentmiklós wird auch ein Sportkomplex gebaut, obwohl die Stadt gerade keine Mannschaft (Erwachsene) hat.

(Via: nso.hu, budapester.hu, Beitragsbild: facebook)