news letter

Wöchentliche Newsletter

Das ungarischste Mohn-Dessert: „Mákos guba“

Ungarn Heute 2020.12.04.

Der ungarische Mohnkuchen „Mákos guba“ war vor vielen hundert Jahren noch als „lőnye“ bekannt, kam aber auch unter dem Namen Bobajka vor. Das erste bekannte Rezept ist mindestens dreihundert Jahre alt, aber es ist viel wahrscheinlicher, dass es schon früher existierte. Das erste ungarischsprachige Kochbuch, „Das Handbuch des Koch-Gewerbes“ aus dem Jahr 1695 erwähnt „lőnye“ zum ersten Mal schriftlich. In diesem Rezept ist schon der heutige Mohnkuchen, „mákos guba“ erkennbar. 

„Guba“ ist wahrscheinlich eines unserer ältesten ungarischen Desserts, mit einem ebenso alten Namen. Das Wort „Guba“ ist ein lautnachahmendes Wort finno-ugrischen Ursprungs, was ungefähr bedeutet, dass es ein Nudelgericht ist. Es lohnt sich aber nicht, das Wort zu übersetzen, „guba“ klingt einfach sehr gut. 🙂

Es hat auch einen wichtigen Platz unter den ungarischen Volkstraditionen: Im Weihnachtsfasten, in den drei Wochen vor Weihnachten, im Advent, war der Mohnkuchen beliebt.

Es wurde mit Hilfe des Kuchens vorausgesagt, welches Mädchen im kommenden Jahr heiraten würde.

Unter den ersten Bissen des Heiligabendessens wurde auch ein Stück Teig getrocknet, womit später das „Euter der Kuh geräuchert wurde“.

Nach 1945 begannen trockene Kipfel das ursprünglich verwendete Milchbrot oder Brezeln zu ersetzen. Das trockene Kipfel wurde in Stücke  geschnitten, mit heißem Wasser übergossen, oder in Milch eingeweicht, dann mit Zucker oder Honig gesüßt.

Da das Essen des vorweihnachtlichen „Guba“ eine mehrere Jahrhundert alte Tradition ist, sind die Rezepte auch heute sehr vielfältig und abwechslungsreich. Wir können eine einfache Version davon herstellen, aber es ist kein Fehler, sie mit ein paar Zutaten „aufzuladen“ und noch aufregender zu machen.

Zutaten

(Für 2 Personen als Dessert oder für 1 Person als Hauptmahlzeit)

2 Kipfel, getrocknet
200 ml Milch
1 Ei
Zitronen oder Orangenschale
50 g Mohn, gemahlen
40 g Zucker
1 Stck. Vanille

Mandelblättchen
Rosinen
Butter

(Sie können es süßer und „mohniger“ machen. Und es kann weniger oder mehr Milch zugegeben werden, je nachdem, mit wie großen Kipfeln wir arbeiten.)

Zubereitung 

Kipfel in Stücke schneiden  und trocknen lassen. Das kann schon einen Tag vor dem Backen vorbereitet werden. Der Vorgang kann etwas beschleunigt werden, indem man die Kipfel im Ofen trocknet.

Milch mit der Vanille zum Kochen bringen und auf die getrockneten Kipfel gießen. Es ist gut, wenn die Kipfel ordentlich in Flüssigkeit eingeweicht sind.

Die Eier mit dem Zucker, dem Mohn und der Zitronen- oder Orangenschale mischen. Die Mohnmischung dem Kipfel zugeben, und nach Wunsch mit Mandelblättchen und / oder Rosinen bestreuen.

In eine gebutterte Form legen und im Ofen bei 200 Grad ca. 20 Minuten backen, bis die Oberseite braun wird. Mit Vanillesoße servieren.

(Geschrieben von Adrienn Vass, Fotos: Péter Csákvári – Hungary Today)