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Diese Kandidaten wollen Oberbürgermeister von Budapest werden

Ungarn Heute 2019.09.12.

Die Frist für die Einholung von Wählerempfehlungen für die Kommunalwahl 2019 lief am Montag ab. Nur wer es geschafft hat, die notwendige Anzahl von Empfehlungen zusammenzutragen (5.000 in Budapest), kann als Bürgermeisterkandidat an den Wahlen teilnehmen. In der Hauptstadt konnten insgesamt fünf Personen genügend Unterschriften sammeln, so dass sie am 13. Oktober als zur Teilnahme berechtigt sind. Bericht von Péter Cseresnyés – Hungary Today

István Tarlós 

Foto: MTI -Zoltán Máthé

Der amtierende Bürgermeister István Tarlós trat 1989 während des Regimewechsels erstmals in die Politik ein und wurde Mitglied der antikommunistischen Allianz der Freien Demokraten (SZDSZ) und mit Unterstützung von Fidesz 1990 zum Bürgermeister des Dritten Budapester Bezirks gewählt.

1994 verließ er seine Partei, nachdem diese auf nationaler Ebene eine Koalition mit der Ungarischen Sozialistischen Partei eingegangen war. Fortan trat er als parteiloser Kandidat an und wurde mit Unterstützung von Fidesz und der  Christlich-Demokratische Volkspartei (KDNP) dreimal als Bezirksbürgermeister wiedergewählt.

Bei der Kommunalwahl 2006 trat István Tarlós als gemeinsamer Kandidat von Fidesz und KDNP für das Oberbürgermeisteramt von Budapest an, unterlag allerdings Amtsinhaber Gábor Demszky. Im Gemeinderat der Hauptstadt war er daraufhin zwischen 2006 und 2010 Vorsitzender der Fidesz-Fraktion. Bei der folgenden Oberbürgermeisterwahl 2010 setzte er sich gegen den Kandidaten der MSZP, Csaba Horváth, durch.

Tarlós ist in Budapest beliebter als Fidesz und hat gute Chancen, im Oktober seine dritte Amtszeit zu gewinnen.

Gergely Karácsony

Foto: MTI – Zoltán Balogh

Karácsony war in erster Linie Politikwissenschaftler und kam während der Regierung Gyurcsány als Berater von Gábor Horn (SZDSZ), dem Staatssekretär des damaligen Ministerpräsidenten, der Politik in der Praxis näher. Später beteiligte er sich an der Organisation der neu gegründeten Grünen LMP-Partei im Jahr 2009 und wurde 2010 Mitglied des Parlaments.

Gergely Karácsony war in den letzten fünf Jahren Bürgermeister des Bezirks XIV (Zugló) und bei den letzten Parlamentswahlen Kandidat der MSZP für den Premierminister. Er ist auch der Ko-Vorsitzende der Párbeszéd-Partei.

Gergely Karácsony hat auch zwei von den Oppositionsparteien organisierte Vorauswahlen gewonnen, um zu gewährleisten, dass der beliebteste gemeinsame Kandidat bei den Kommunalwahlen in Budapest gegen Tarlós antritt. Jüngsten Umfragen der Oppositionskandidaten zufolge hat er die besten Chancen, István Tarlós zu besiegen.

Róbert Puzsér

Foto: MTI – Szilárd Koszticsák

Als Oberbürgermeister von Budapest möchte Puzsér unter anderem die Innenstadt zur autofreien Zone umgestalten. Im Dezember 2018 gab die grüne Oppositionspartei LMP bekannt, dass sie ihn dabei unterstützen würde, der nächste Budapester Bürgermeister zu werden. Im März 2019 stand auch der nationalistische Jobbik hinter dem Publizisten. Später zog sich LMP jedoch von Puzsér zurück, nachdem er beschlossen hatte, seine Vereinbarung über die Teilnahme am Vorauswahlverfahren zu kündigen. Dann beschloss Puzsér, völlig unabhängig zu werden und sich von Jobbik zu verabschieden.

Gyula Thümer

Foto: MTI – János Vajda

Gyula Thürmer ist ein ungarischer kommunistischer Politiker und ehemaliger Diplomat, der seit ihrer Gründung 1989 Vorsitzende der ungarischen Arbeiterpartei ist. Die Partei konnte während ihres Bestehens keine wesentlichen Wahlergebnisse erzielen.

Krisztián Berki

Facebook/Krisztian Berki

Der frühere erfolglose Fußballspieler und Reality-TV-Star Krisztián Berki gab im Juli seine Absicht bekannt, sich bei den Budapester Bürgermeisterwahlen zu bewerben. Er ist vor allem für seine Skandale bekannt und wurde im Mai wegen Steuerbetrugs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Seine neue Reality-Show begann im September. Es war ein wenig überraschend, wie er es schaffte, doppelt so viele Unterschriften wie nötig zu sammeln, wenn man bedenkt, dass weder er noch sein vermeintliches Team auf den Budapester Straßen zu sehen waren.

(Via: Péter Cseresnyés – Hungary Today, Beitragsbild: MTI – Noémi Bruzák)