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E. Sylvester Vizi: Die Menschheit vergiftet nicht nur die Natur, sondern auch sich selbst

Ungarn Heute 2019.01.15.
In seinem, auf dem Onlineportal „Élő Bolygónk“ veröffentlichten Artikel analysiert E. Sylvester Vizi, der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung „Freunde von Ungarn“ (Betrieber unseres Portals), wann und wie das Konzept des Umweltschutzes sich auch in Europa verbreitete.
Die Redakteure des Oxford Wörterbuchs haben in 2018 das Wort „Toxikologie“ als „Wort des Jahres“ bezeichnet. Die Entscheidung wurde durch die Tatsache motiviert, dass das Wort verschiedene Bedeutungen hat und häufig verwendet wird – so Vizi in seinem Artikel. Der Professor fügt hinzu: die Menschheit vergiftet nicht nur die Umwelt mit ihren eigenen Aktivitäten, sondern verursacht auch intellektuelle Verschmutzung und beeinträchtigt das Wohlbefinden des Einzelnen. Während man ständig solche schädliche Begriffe entwickelt, die täglich in der Politik verwendet werden.
Die Veröffentlichung des Buches „Der stumme Frühling“ (Silent Spring, 1962) der amerikanischen Biologin Rachel Louise Carson gilt als Beginn der modernen Umweltschutzbewegung des 20. Jahrhunderts. Es dauerte jedoch noch Jahrzehnte, bis es voll akzeptiert wurde. Dies scheint nun durch die Kyoto-Konvention und das Pariser Abkommen zementiert worden zu sein.
In der Antike verehrten die Menschen die Natur – die Sonne, den Mond, die Sterne – als Götter. Mit der Ausbreitung des Monotheismus entlastete das Buch Genesis den Menschen tatsächlich, die Natur und ihre Bestandteile als Götter zu respektieren.
Laut der Bibel, die die europäische Kultur und das europäische Denken stark beeinflusst, wird die Welt von Gott geschaffen, was bedeutet, dass die erschaffene Welt und der Schöpfer selbst nicht eine und dieselbe Entität sind.
Für den Menschen bedeutete dies, dass sie die Welt kennenlernen und die Natur also die menschliche Umgebung verändern konnten. Im Alten und im Neuen Testament heißt es jedoch auch, dass die Menschen „sie kultivieren und behalten sollten“ (Gen 2,15), und dass  „…die Völker sind zornig geworden; und es ist gekommen dein Zorn und die Zeit, die Toten zu richten und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten – die Kleinen und die Großen –, und zu vernichten, die die Erde vernichten. (Offb 11,18).
Die auf Tatsachen basierende moderne Wissenschaft, die auf der Grundlage der griechisch-römischen Philosophie, der Rechtsordnung, des Aufklärungsgeistes, der Moral der Zehn Gebote und der Kenntnis der Natur und ihrer Gesetze geboren wurde, wurde zur Grundlage einer großen Entwicklung in Europa und im Norden Amerika, das zur Umwandlung des Landes und die Ressourcen im Dienste der Interessen der Menschen führte.
Profite zu erzielen, den Nutzen zu maximieren und eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten, führten jedoch zu einer unverantwortlichen Ausbeutung des Planeten.
Die chronische Vernachlässigung von Land und Wasser durch die Menschheit, die globale Erwärmung und die Schädigung der Artenvielfalt der Wildtiere haben zu einem, oder sogar zu den größten Problemen unserer Zeit geführt.
Menschen des 21. Jahrhunderts vergiften die Natur täglich durch ihren Lebensstil und durch die Gedanken und Botschaften, die sie über das Internet übertragen. Sie machen damit auch eine intellektuelle Verschmutzung im öffentlichen Leben. Derzeit ist dieses Verhalten in erster Linie moralisch schädlich, aber für die zukünftigen Generationen wird es solche Schaden verursachen, die unsühnbar werden.
(Via: elobolygonk.hu, Beitragsbild: shutterstock.com)