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Führender ungarischer Geschäftsmann festgenommen

Ungarn Heute 2020.12.18.
FIZETŐS

„Düngemittelkönig“ László Bige wird wegen Verdachts auf Bestechung und anderer Finanzverbrechen „strafrechtlich überwacht“, teilte ein Gericht in Nyíregyhaza am Donnerstag mit. Bereits im Herbst 2018 ermittelten die Polizei und der Katastrophenschutz wegen angeblicher Verletzung des Abfallwirtschaftsgesetzes und anderer Straftaten. Bige hatte im November erklärt, die Behörden hätten ihn im Visier, da er einen Streit mit OTP-Vorstand Sándor Csányi hatte. 

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt László Bige außerdem, 800 Millionen Forint bestochen zu haben. Er verkaufte Düngemittel von guter Qualität mit einem Rabatt an Großhändler, die sie dann zu Marktpreisen weiterverkauften und den Gewinn mit dem Unternehmer teilten.

Die Staatsanwaltschaft behauptet außerdem, der Verdächtige habe mit einem der Einzelhändler vereinbart, dass ihm die Differenz des Verkaufspreises in bar zurückgezahlt werde, so dass der Verdächtige zwischen 2011 und 2016 mehr als 800 Millionen Forint (2,2 Mio. EUR) einstecken konnte. Es wird auch angenommen, dass dies dem Unternehmen 2 Milliarden Forint gekostet hat.

Fact

Bereits im Herbst 2018 ermittelten die Polizei und der Katastrophenschutz wegen angeblicher Verletzung des Abfallwirtschaftsgesetzes und anderer Straftaten. Innerhalb eines halben Jahres „besuchten“ die Polizei 12 Mal, der Katastrophenschutz 9 Mal das Werk in Szolnok. Es wurde geschlossen und konnte erst nach Monaten wiedereröffnet werden. Das Gericht entschied im Oktober, dass das Werk unrechtmäßig geschlossen worden war. Bige erlitt nach eigenen Angaben wegen der Werksschließung Verluste von mehreren Milliarden Forint. Bige hatte im November erklärt, die Behörden hätten ihn im Visier, da er einen Streit mit OTP-Vorstand Sándor Csányi hatte, der seine Firma, die Nitrogénművek Zrt. bzw. die Bige-Holding, übernehmen will. Csányi stehe hinter den systematischen Anschuldigungen gegen ihn. (Via: Budapester Zeitung

Die Staatsanwaltschaft leitete die Festnahme des Verdächtigen wegen des Verdachts eines Verbrechens mit einer Haftstrafe von fünf bis zehn Jahren ein und erklärte, es bestehe ein Fluchtrisiko.

„Nitrogénművek“ sagte in einer Erklärung am Mittwoch, dass die Vorwürfe gegen Bige „völlig unbegründet“ seien und nur dazu dienten, den Unternehmensleiter einzuschüchtern und seinen Ruf zu trüben. Das Unternehmen versprach, jedes ihm zur Verfügung stehende Rechtsinstrument zu nutzen, um sich und Bige zu verteidigen.

(Via: mti.hu, Budapester Zeitung, Beitragsbild: MTI – Attila Balázs)