Panorama

Haus des Terrors: Gefängnis- und Folterzellen schockieren ausländische Journalisten

In dieser Woche veranstaltete die Stiftung „Freunde von Ungarn“, Herausgeber von Hungary Today, und Ungarn Heute, eine dreitägige Konferenz mit dem Titel „Hungary At First ‚Site“ für ausländische Journalisten, um die Entscheidungen der ungarischen Regierung und die ungarische Denkweise besser zu verstehen. Am Mittwochmorgen, ein paar Tage vor dem Nationalfeiertag – als die Ungarn der Revolution von 1956 gedenken – besuchten die Journalisten das Museum „Haus des Terrors“, um mehr über Ungarn im 20. Jahrhundert zu erfahren. Geschrieben von Hungary Today, übersetzt von Ungarn Heute.

Das Haus des Terrors ist wie ein Spukhaus voller Videoleinwände, Schlingen, Tanks, Fotos von denen, die im Haus gefoltert wurden. Das Labyrinth zitiert den Terror gegen die Bauernschaft und erinnert an den Kleinbauern, den „Kulák“,  von denen in vielen Fällen die letzten Weizen von der kommunistischen Macht weggenommen wurde. Das Labyrinth ist von „Schweinfettziegeln“ gebaut, es wurde von Attila Kovács entworfen, einem Filmdesigner, der an István Szabós Oscar-prämiertem Mephisto arbeitete.

Einige der Journalisten, vor allem die aus den USA kamen, wussten nicht viel über das kommunistische Regime und stellten weitere Fragen über die Anwerbungen und darüber, wie das Leben für diejenigen war, die gezwungen wurden in die kommunistische Partei beizutreten. Die Journalisten erkundigten sich auch nach einigen Schlüsselfiguren des 20. Jahrhunderts, wie Miklós Horthy, Rákosi oder Kádár. Sie waren am meisten von dem Leben und Schauprozess von Kardinal József Mindszenty fasziniert. Mindszenty verbrachte 15 Jahre in der US-Botschaft, um eine lebenslange Haftstrafe zu vermeiden. Am schockierendsten war es, die Gefängniszellen unter dem Gebäude zu sehen. Die  Menschen, die da gefangen gehalten waren, wurden dort gefoltert.

Einige Journalisten behaupteten jedoch, dass die Konzentration auf zwei verschiedene totalitäre Regime in einem Museum für Erstbesucher mit sehr wenig Wissen verwirrend sein kann. Trotz den sehr detaillierten Führungen war es ihnen oft schwer diese zu folgen. Einige argumentierten auch, dass es in vielen Räumen zu viel Lärm oder Musik gebe, wie beispielsweise im Raum, wo das „schwarze Auto“ (Auto der Geheimpolizisten, womit snachts ihre Opfer abholten) zu sehen ist. Dies entzieht jedoch nicht  die Aufmerksamkeit der einzigartigen Sehenswürdigkeiten im modernen Museum, die den Besuchern eine Reise in die Vergangenheit ermöglichen.

 

Das Museum „Haus des Terrors“ wurde in 2002 eröffnet, um an diejenigen zu erinnern, die in dem Gebäude der Andrássy-Straße 60 in Budapest gefangen gehalten, verhört, gefoltert und getötet wurden – das Gebäude, in dem sich heute das Museum befindet. Während der Zweiten Weltkriegsherrschaft des faschistischen Pfeilkreuz-Regimes sowie während der kommunistischen Ära diente das Gebäude als Hauptquartier der Geheimpolizei.

 

Das Museum – das in Ungarn einzigartig ist – enthält Exponate, die sich sowohl mit den faschistischen als auch mit den kommunistischen Regime Ungarns befassen, und stellt die Schrecken des Gebäudes greifbar dar, während es gleichzeitig an die Opfer des 20. Jahrhunderts erinnert. Die Generaldirektorin des Museums ist die Historikerin Dr. Mária Schmidt, die am zweiten Tag der Journalisten-Konferenz „Hungary at first site“ einen Vortrag über das Thema „Ungarn in nationaler Perspektive“ gehalten hat.

Die Konferenz, die zwischen dem 15. und 17. Oktober in Budapest stattfand, begrüßte Teilnehmer aus verschiedenen bekannten Medien der ganzen Welt: unter den Gästen befnaden sich Korrespondenten von „The American Conservative“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Fox News Channel“, „National Review“ und „Kristeligt Dagblad“ (Dänemark).

(Auf English geschrieben von Fanni Kaszás – Hungary Today, übersetzt von Ungarn Heute, Fotos: terrorhaza.hu)