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Heimische Kraftstoffpreise im Spannungsfeld globaler Ereignisse

Ungarn Heute 2025.04.04.

Die Entwicklung der Kraftstoffpreise bleibt ein unkalkulierbares Feld, beeinflusst von komplexen globalen und regionalen Dynamiken. In Ungarn erlebten Autofahrer im März eine Achterbahnfahrt an den Zapfsäulen. Nach einem zunächst deutlichen Rückgang um 20 Forint (0,049 Euro) pro Liter Mitte des Monats zogen die Preise wieder an, verblieben aber zum Monatsende dennoch unter dem Ausgangsniveau. Konkret sank der Preis für Benzin um rund 10 Forint (0,025 Euro) und der für Diesel um 15 Forint (0,037 Euro) pro Liter, wie Világgazdaság berichtet.

Der Preis für ein Barrel Rohöl schwankte im März zwischen 69 und 75 Dollar. Dies wurde von mehreren Faktoren beeinflusst:

  • Die erwarteten negativen Auswirkungen von Zollerhöhungen schwächten das Wirtschaftswachstum und die Ölnachfrage.
  • Die von der OPEC+ für den 1. April geplante Produktionssteigerung drückte die Preise.
  • Auch die schwächere globale Ölnachfrage und die steigende Produktion von Nicht-OPEC-Ländern spielten eine Rolle.
  • Schließlich könnte auch der Ausgang der russisch-amerikanischen bzw. ukrainisch-amerikanischen Verhandlungen im Falle eines längerfristigen Waffenstillstands Auswirkungen auf den Ölmarkt haben, doch trotz der Zusagen wurden bisher keine bahnbrechenden Ergebnisse erzielt.

Die OPEC+ wird ihre Produktion ab dem 1. April um monatlich 138.000 Barrel erhöhen, gleichzeitig wird von Mitgliedern, die in der Vergangenheit überproduziert haben, eine kompensatorische Reduzierung erwartet.

Dies würde die Fördermenge der OPEC+ theoretisch reduzieren, aber die Erfahrungen der Vergangenheit – beispielsweise die regelmäßigen Quotenüberschreitungen des Irak – zeigen, dass diese Zusagen oft nicht eingehalten werden.

Strengere amerikanische Maßnahmen gegen Iran und Venezuela, die angedrohten zusätzlichen Zölle von 25 bis 50 Prozent auf russisches Erdöl sowie eine mögliche Bombardierung des Irans unterstützten jedoch den Ölpreis zum Monatsende. Ein weiterer preistreibender Faktor war ein amerikanischer Luftangriff gegen die jemenitischen Huthi-Rebellen in der strategisch wichtigen Region des Roten Meeres. Die Eskalation der Spannungen im Nahen Osten schürt Unsicherheit auf dem Ölmarkt, was ebenfalls die Preise erhöht, schreibt das Portal.

Der Forint-Kurs gegenüber dem US-Dollar bewegte sich zwischen 385 und 363: Mitte des Monats festigte er sich auf 363, um dann bis zum Ende auf 371 nachzugeben, schloss aber dennoch auf einem günstigeren Niveau als zu Monatsbeginn und trug so zum Rückgang der Kraftstoffpreise bei. Die Ungarische Zentralbank beließ den Leitzins unverändert, senkte jedoch die Wirtschaftswachstumsprognose für dieses Jahr und erhöhte die Inflationserwartung.

Der Benzinpreis wurde zum Monatsende durch den Beginn der Umstellung auf Sommerqualität, den Rückgang der Benzinbestände in Rotterdam und den USA sowie die steigende Nachfrage in Westafrika und den USA angehoben. Beim Diesel führten der Rückgang der Bestände in den USA und Rotterdam sowie der erwartete Rückgang der europäischen Importe – aufgrund der erneuten Spannungen im Nahen Osten – ebenfalls zu Preissteigerungen.

Bezüglich der Preisentwicklung in der kommenden Zeit wies Ottó Grád, Generalsekretär des Ungarischen Mineralöverbandes, gegenüber Világgazdaság darauf hin, dass

die ungarischen Kraftstoffpreise zwar dauerhaft unter dem regionalen Durchschnitt liegen – die Benzin- und Dieselpreise waren auch im März im Vergleich zum Niveau der Nachbarländer günstiger –, die globalen und regionalen Prozesse jedoch eine ungewisse Zukunft erwarten lassen.

Er fügte hinzu, dass

  • Interventionen von Donald Trump und Entscheidungen der OPEC+ die Märkte jederzeit destabilisieren könnten.
  • Die am 2. April angekündigten Zollerhöhungen könnten die globale Wirtschaftsentwicklung bremsen und somit die Ölnachfrage reduzieren.
  • Die Ereignisse im Nahen Osten bleiben ein bedeutender preistreibender Faktor, insbesondere wenn Iran auf den zunehmenden politischen Druck mit einer möglichen Blockade der Straße von Hormus reagieren sollte.
  • Auch die von den USA vorgeschlagenen Hafengebühren für in China gebaute Schiffe könnten die Transportkapazitäten für Öl und Kraftstoffe einschränken und die Kosten erhöhen.

Die ungarischen Autofahrer müssen sich somit weiterhin auf schwankende Kraftstoffpreise einstellen, deren Entwicklung stark von unvorhersehbaren globalen und regionalen Ereignissen abhängt.

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via vg.hu, Beitragsbild: Pixabay