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Presseschau: Lehren aus der Niederlage ziehen – ist es nicht zu spät?

Die Opposition hätte einen einzigen Kandidaten dem Fidesz entgegensetzen müssen – das ist die größte Lehre der vernichtenden Niederlage der Oppositionsparteien nach den Parlamentswahlen. Péter Márki-Zay, der kürzlich zum Bürgermeister von Hódmezővásárhely gewählt wurde, betonte gerade dasselbe in seiner Rede vor Demonstranten in Budapest. Nach einem liberalen Kolumnisten könnte er der künftige Kopf einer geeigneten Opposition sein.  Presseschau von budapost.de:

Ein libertärer Kolumnist heißt den kürzlich zum Bürgermeister von Hódmezővásárhely gewählten Kommunalpolitiker Péter Márki-Zay auf der nationalen politischen Bühne Ungarns willkommen, wo er die aktuellen Spitzenvertreter der zersplitterten Opposition herausfordern könnte. Gleichzeitig lehnt er die Idee eines Parlamentsboykotts seitens der Opposition ab.

In seiner Rede zum Abschluss der am vergangenen Samstag in Budapest abgehaltenen regierungskritischen Großdemonstration (siehe BudaPost vom 24. April) hatte sich Márki-Zay dafür ausgesprochen, dem Fidesz bei den nächsten Parlamentswahlen einen einzigen Oppositionskandidaten entgegenzusetzen. Unterdessen halten frustrierte Unterstützer und liberale Kritiker die Oppositionsparteien unter Druck, sie mögen ihre Mandate im von der Regierungsseite mit großer Mehrheit dominierten Parlament unbesetzt lassen. Die prominente sozialistische Politikerin Ágnes Kunhalmi sagte am Montag im Fernsehsender ATV, dass alle Oppositionsparteien diese Möglichkeit in Erwägung zögen.

Auf hvg.hu bezeichnet László Seres Boykottvorschläge als „antiparlamentarische Demagogie“. Millionen von Wählern hätten nicht ihre Stimme oppositionellen Spitzenpolitikern gegeben, um sie dann im Parlament zu vermissen. Im Hinblick auf Péter Márki-Zay glaubt Seres, dass der neu gewählte Bürgermeister von Hódmezővásárhely durchaus der Kopf einer neuen Opposition werden könnte, wenngleich seine marktorientierten konservativen Ansichten nahezu von keiner der maßgeblichen politischen Kräfte geteilt würden. Nicht zuletzt sollte „Herr MZP“, wie Seres den Kommunalpolitiker nennt, mit beeindruckenden Fähigkeiten beim Aufbau einer Gruppe von Unterstützern sowie eines landesweiten Netzwerks glänzen, um – wenn nicht gleich der Messias – so immerhin doch ein neuer Anführer zu werden.

(Via: budapost.de, Beitragsbild: MTI / Mónus Márton)