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Presseschau: CEU verlegt Studiengänge nach Wien

Eine Kommentatorin aus dem linken Spektrum wirft der Regierung vor, jene Intellektuellen zum Schweigen bringen zu wollen, deren Meinung sie nicht teile. Ein regierungsnaher Kolumnist wiederum glaubt, dass die Art offene Gesellschaft, wie sie die Central European University (CEU) propagiere, keinen Platz in Ungarn habe. Eine Presseschau von budapost.de.

In einer am Montag verbreiteten Pressemitteilung kündigt die CEU an, ihre US-akkreditierten Studiengänge von Budapest nach Wien zu verlegen. Grund hierfür sei die Weigerung der ungarischen Regierung, eine Vereinbarung mit dem US-Bundesstaat New York zu unterzeichnen. Sie hätte es der CEU erlaubt, US-akkreditierte Abschlüsse auch in Budapest anzubieten. Das Gesetz, das außerhalb der EU ansässige Universitäten dazu verpflichtet, vor Aufnahme des Lehrbetriebs in Ungarn zunächst im Heimatland tätig zu sein, war im April 2017 verabschiedet worden. Die CEU unterhält zwei außerordentliche Studiengänge im Staat New York, der sie akkreditiert hat und bereit war, ein Abkommen mit der Regierung in Budapest abzuschließen, wie es das neue Gesetz vorschreibt. Regierungskreise hatten jedoch darauf hingewiesen, dass die beiden CEU-Studiengänge am Bard College nicht einer echten Universität entsprächen. Die CEU hatte der Regierung bis zum 1. Dezember Zeit gegeben, das Abkommen zu unterschreiben, ansonsten würde der Umzug der US-akkreditierten Studiengänge nach Wien in die Wege geleitet.

Kata Ámon, eine Obdachlosenaktivistin und Doktorandin der Politikwissenschaften an der CEU, meldet sich auf Mérce zu Wort. Sie sieht im Verhalten der Regierung einen Beweis dafür, dass die herrschenden Kräfte eine Intelligenz heranziehen wollten, die entweder die Regierung unterstützen oder sich auf apolitische oder technische Themen beschränken sollte. Gleichzeitig verurteilt sie diejenigen Kritiker der Regierung, die die herrschenden Kräfte als Barbaren bezeichnen würden. Ámon glaubt, dass die Opposition noch immer nicht mitbekommen habe, was ihre Gegner dazu bringt, sie und ihre Ideen zu hassen. Dies sollte analysiert und verstanden werden, bevor eine Lösung gefunden werden könne.

Auf Pesti Srácok beschreibt ein Kolumnist die CEU als eine Fabrik, die sogenannte Progressive produziere. Diese Progressiven, so der unter dem Pseudonym Paranoid Android schreibende Blogger, würden das ablehnen, was die Ungarn zusammenhalte. Darüber hinaus würden sie eine Deutung der Geschlechter propagierten, die den Untergang der Menschheit zur Folge hätte. Für die CEU und die von ihr vertretene „offene Gesellschaft“ gebe es keinen Platz in Ungarn, so der anonyme Autor.

(Via: budapost.de, Beitragsbild: MTI – Tamás Kovács)