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Rumänen beschädigen ungarische Grabstätte im Soldatenfriedhof

Ungarn Heute 2019.06.07.

Eine aufgebrachte rumänische Menge brach auf einen österreichisch-ungarischen Soldatenfriedhof aus der Zeit des Ersten Weltkriegs ein, der trotz massiver Polizeipräsenz an einer Gruppe betender Ungarn vorbeizog und Kränze an den – laut den ungarischen Minderheiten in Rumänien – illegal errichteten Steinkreuzen angeblicher rumänischer Kriegshelden ablegte. Der ungarische Außenminister hat den Botschafter von Rumänien in Budapest ins Ministerium einberufen. 

Vorgeschichte

Der Friedhof im Úz-Tal (Úzvölgye) wurde 1917 von Österreichern und Ungarn errichtet, um den gefallenen Helden des Ersten und Zweiten Weltkriegs zu gedenken. Der Rat von Dormánfalva (rumänisch Dormănești, eine kleine Stadt mit 8.600 Einwohnern im Komitat Bákó) hat aber im April Betonkreuze errichtet und ein Denkmal rumänischer Kriegshelden auf dem Friedhof aufgestellt – direkt neben den bestehenden ungarischen Grabsteinen. Begraben sind auf dem internationalen Friedhof zwar Soldaten verschiedenster Nationalität, allerdings insbesondere Soldaten der königlich ungarischen Landwehr.

Der Konflikt 

„Aus administrativer und politischer Sicht ist es illegal und inakzeptabel, dass das Rathaus der Ortschaft Dărmăneşti in Bacău illegal Parzellen für die Gräber rumänischer Soldaten auf dem Friedhof im Uz-Tal, einer Gemeinde im Kreis Harghita, ohne die Erlaubnis des Rathauses von Sânmartin zugeteilt hat“, erklärte UDMR-Präsident Hunor Kelemen in einem Schreiben an Premierministerin Viorica Dăncilă. Es gab mehrere Versuche seitens der Ungarn, die Situation friedlich zu lösen. Der letzte Antrag dieser Art kam, als der ungarische Außenminister Péter Szíjjártó seinen rumänischen Amtskollegen Teodor Meleșcanu anrief und ihn erneut aufforderte, Provokationen einzudämmen und die Angelegenheit friedlich zu lösen.

 

Foto: MTI – Nándor Veres

Trotz diesen Bitten kündigte der Rat von Dormănești an, dass die Einweihung des rumänischen Kriegerdenkmals stattfinden werde. Rund 1.000 ethnische Ungarn bildeten im stillen Gebet eine Menschenkette, um die ankommende rumänische Menge – viele von ihnen mit rumänischen Flaggen – daran zu hindern, den Friedhof zu betreten. Trotz der Polizeipräsenz konnte eine Gruppe die Polizeikette durchbrechen, krachte durch den Zaun und riss das Tor von innen herunter.

 

Die rumänische Menge betrat dann den Friedhof, riss einige der ungarischen Kreuze ab, die auf den Grabstätten standen, und begann einen rumänisch-orthodoxen Gottesdienst, um das rumänische Kriegsdenkmal zu weihen und Kränze an die frisch errichteten Betonkreuze zu legen.

Reaktionen 

Außenminister Péter Szijjártó traf seinen rumänischen Amtskollegen Teodor Melescanu und forderte „nachdrücklich“, dass Rumänien „keinen Raum für Provokationen lässt“ und „alles unternimmt, um körperliche Mißhandlungen zu vermeiden“. Der rumänische Botschafter in Ungarn sei am Freitag zu einem Treffen im Außenministerium eingeladen worden.

(Via: transylvanianow.com, mti.hu, adz.ro, Beitragsbild: MTI – Nándor Veres)