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Russische Invasion könnte schon am Mittwoch beginnen, Ungarns Konsularischer Service warnt

Ungarn Heute 2022.02.14.
FIZETŐS

Presseberichten zufolge warnten die USA die Alliierten in Europa, dass man einen russischen Angriff schon am kommenden Mittwoch fürchte. Die meisten westlichen Länder haben schon früher damit begonnen, ihre Bürger aus der Ukraine zu evakuieren, und haben Menschen, die eine Reise in die Ukraine planen, dringend aufgefordert, ihre Reise zu verschieben, da ihre Sicherheit nicht garantiert werden kann. Auch das ungarische Außenministerium schlägt vor, Reisen in die Ukraine abzusagen. 

„Angesichts der jüngsten Spannungen zwischen der Ukraine und Russland bitten wir Sie dringend, Ihre Reise in die Ukraine zu überdenken und, wenn möglich, zu verschieben“, heißt es in der Empfehlung des ungarischen Konsulats. Wie sie schrieben:

Alle ungarischen Bürger werden erneut daran erinnert, sich für den konsularischen Schutz anzumelden, wenn sie sich doch für eine Reise in die Region entscheiden oder sich dort aufhalten

Reisenden und Ungarn im Land wird empfohlen, die lokalen Nachrichten und sozialen Medien genau zu verfolgen und den Anweisungen der Behörden zu folgen. In der Erklärung betont man weiter, dass, wenn jemand gegen den Rat des Dienstes in das Land reist oder sich dort aufhält, beachten sollte, dass der konsularische Dienst aufgrund der Sicherheitslage möglicherweise nicht in der Lage sein wird, Hilfe zu garantieren“, heißt es.

Viele andere europäische Staaten, darunter Deutschland, Spanien, Italien und die Niederlande, haben ihre Bürger am Samstag ebenfalls zur Ausreise aus der Ukraine aufgerufen. Zuvor hatten das unter anderem schon Grossbritannien und die USA getan.

Der ukrainische Nationale Sicherheitsdienst (NSS) hat die Liste der Regionen veröffentlicht, die aufgrund der wachsenden Spannungen im Grenzgebiet zur Krim und im Kriegsgebiet am stärksten von terroristischen Bedrohungen gefährdet sind. Die risikoreichsten Bezirke sind rot und gelb markiert, die weniger gefährlichen blau und grau. Die problematischste, d. h. die rote Farbe, wurde den Bezirken Doneck und Luhansk sowie der Grenzregion der Krim zugewiesen. Die Bezirke Saporischschja, Odessa, Charkiw und Cherson erhielten eine etwas schwächere Bewertung und wurden gelb markiert. Das Karpatenvorland, wo die meisten Ungarn leben, ist in die blaue Kategorie eingestuft worden.

CNN: Es gibt drei mögliche Szenarien für die Invasion

Die Russen könnten von der Region Donezk aus in die Ukraine einmarschieren (wo in der Nähe der Grenze umfangreiche Truppenabzüge stattgefunden haben), aber auch von der 2014 annektierten Krim oder von Weißrussland aus, wo sich ebenfalls eine beträchtliche Anzahl russischer Truppen befindet, berichtete CNN. Bei den geheimen Unterrichtungen sollen die USA nach Angaben von mehreren Diplomaten und Militärs viele Details genannt haben. So seien konkret Routen für die russische Invasion beschrieben worden, sowie einzelne russische Einheiten und welche Aufgaben diese übernehmen sollten. Als Datum für den möglichen Beginn der Invasion wurde der 16. Februar genannt.

Der amerikanische Präsident Joe Biden führte am Wochenende Gespräche sowohl mit dem russischen als auch mit dem ukrainischen Präsidenten. Biden habe erneut das Bekenntnis der USA zur Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine betont und klargemacht, dass „die Vereinigten Staaten und ihre Partner schnell und entschlossen antworten würden im Fall jeder weiteren russischen Aggression gegenüber der Ukraine“. Am Samstag hatte Biden Putin mit schwerwiegenden Konsequenzen gedroht.

(Via: spiegel.de, nzz.ch, Titelbild: Mitglieder der Freiwilligen Territorialen Verteidigungseinheit der ukrainischen Streitkräfte üben am 22. Januar 2022 in einem Park in Kiew. MTI/AP/Efrem Lukacki)