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Ukrainer in Budapest protestieren gegen prorussische Demonstration

Ungarn Heute 2022.04.20.
FIZETŐS

In Ungarn lebende Ukrainer protestieren gegen eine pro-russische Demonstration, die demnächst in Budapest stattfinden soll. Das Ziel der Demonstration sei es, zu provozieren, und habe nichts mit der Ausübung demokratischer Rechte zu tun, schreibt das ungarische Mitglied des Exekutivkomitees des Ukrainischen Weltkongresses, Jaroszlava Hartyanyi.

Die Pro-Russland-Demonstration mit dem Titel „Lasst uns unsere Solidarität mit Russland ausdrücken und NEIN zu den LÜGEN der EU, der USA und der UKRAINE sagen“ findet am 30. April auf dem Budapester Heldenplatz statt. Sie soll ein Zeichen für Russland, die russische Zivilbevölkerung und die Athleten setzen, um den Krieg zu verurteilen, für den „die USA verantwortlich sind“, und um die „übermäßigen Sanktionen gegen Russland zu verurteilen, die dazu geführt haben, dass Mitteleuropa verwüstet wurde und vor einer Energie- und Nahrungsmittelkrise steht!“

Hartyanyi wandte sich nun an die ungarische Polizei, um die Genehmigung für die Kundgebung zurückzuziehen. Sie schreibt:

  • ,,Sie protestieren, weil Russland am 24. Februar einen brutalen Angriff auf die Ukraine gestartet hat, und die Ukrainer haben das Recht, sich zu verteidigen, und sie greifen keine russischen Städte an.
  • „In den von Russland besetzten Gebieten verüben russische Soldaten unmenschliche Massaker, gegen die die ganze Welt protestiert hat, als sie die Massengräber in der Stadt Butscha sah. Auf dem Heldenplatz hat eine uns unbekannte Privatperson zu einer Demonstration aufgerufen und damit Ungarn, Budapest und seinen schönen Platz in Verruf gebracht.“
  • „Diese sogenannte Solidarität mit dem russischen Aggressor diskreditiert auch die Politik der ungarischen Regierung, da Ungarn die russische Aggression gegen die Ukraine ebenfalls verurteilt hat.
  • Außerdem untergräbt diese so genannte Solidarität die wirksame humanitäre Hilfe, die das ungarische Volk und die ungarische Regierung für die Ukraine und ihre Bevölkerung geleistet haben und leisten.
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Daher fordern sie respektvoll den Entzug der Genehmigung für die „provokative Demonstration“, da „sie nichts mit der Ausübung demokratischer Rechte zu tun hat.“

(Via: Hungary Today, Titelbild: MTI/EPA/Szerhij Dolzsenko)