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Ungewöhnlich: Vorsitzender des Staatsrechnungshofs kritisiert Führungsstab der Krankenhäuser

Eine ungewöhnliche Kritik bekamen die Direktoren der ungarischen Krankenhäuser: László Domokos, Vorsitzender des Staatsrechnungshofs äußerte in einem Interview für die regierungsnahe Zeitung „Magyar Idők“: es herrsche eine finanzielle Anarchie auf unterschiedlichen Gebieten des Gesundheitswesens. Er verwies auf eine Untersuchung, die schon vor mehreren Jahren durchgeführt wurde. Laut Domokos müssen die betroffenen ärztlichen Direktoren zur Verantwortung gezogen werden. Laut Experten ist eher der Mangel an Geld für die Umstände verantwortlich.  

Noch am Montag sagte der Vorsitzender des Staatsrechnungshofs (ÁSZ) László Domokos in einem Interview, dass viele der Krankenhäuser und Kliniken, die ÁSZ auditiert hatte, eine „systemische Vernachlässigung der grundlegendsten Vorschriften“ zeigten. Er sagte, dass die Krankenhäuser die öffentlichen Beschaffungen oft umgehen würden, um Dienstleistungen oder Ausrüstung zu erhalten, während die Ausrüstung oder die gekauften Waren nicht immer im Inventar des Krankenhauses auftauchen. „Es war oft unmöglich, den tatsächlichen Lagerbestand des Krankenhauses zu bestimmen“, sagte Domokos und fügte hinzu, dass diese „Anomalien es unklar machen, wie viel Geld der Gesundheitsbereich wirklich benötigt„. Laut Domokos sollen die Direktoren dieser Krankenhäuser zur Verantwortung gezogen werden.

Das Interview solle andeuten: für die Schwächen des Gesundheitswesens sei nicht die Regierung, sondern die Leiter der betroffenen Institutionen verantwortlich.

 

Foto: Illustration, Via: MTI

 

Die Ungarische Krankenhausvereinigung (MKSZ) hat inzwischen eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen. Diese war aber nicht öffentlich.  Die Oppositionspartei LMP beschuldigt die Regierung für die „skandalöse“ Umstände in dem Gesundheitswesen. Máté Kanász-Nagy, Sekretär des Parteivorstandes sagte: die Regierungsparteien hätten in diesem Sektor die Probleme geschaffen, indem sie die Gesundheitsausgaben in den vergangenen acht Jahren um „Hunderte von Milliarden Forint“ gesenkt hätten. Das BIP-Gesundheits-Budget liege auf einem „historischen Tiefstand“, was es „den Krankenhausmanagern unmöglich macht, die von der ÁSZ definierten Kriterien zu erfüllen“ – so der Politiker.

Das Ministerium für Humanressourcen wird den angegebenen Bericht von ÁSZ untersuchen – stand in seiner Auskunft.

 (Via: magyaridok.hu, mti.hu, Beitragsbild: mno.hu)