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Will FDP-Generalsekretärin Orbán unterstützen?

Ungarn Heute 2019.01.25.

Nicola Beer will für die Liberalen bei der Europawahl antreten – sie könne sogar die Spitzenkandidatin der Partei sein. Im letzten Herbst heiratete sie einen deutschen Anwalt, der der Orbán Regierung nahe steht. An der Trauungszeremonie hat Zoltán Balog, ex-Minister von Orbán, als Pfarrer aktiv mitgewirkt.  Der Spiegel behauptet, Beer habe eine Abgeordnete ihrer Partei davon zu überzeugen versucht, nicht für den Sargentini-Bericht gegen Ungarn zu stimmen. Die FDP kämpft inzwischen spektakulär mit Macron gegen Orbán vor den Wahlen zum EP. 

Ende September heirateten die FDP-Generalsekretärin Nicola Beer und der ehemalige DUIHK-Geschäftsführer Jürgen Illing in Budapest. Herr Illing war Leiter der ungarisch-deutschen Handelskammer in Budapest und unterstützt derzeit die ungarisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen als Rechtsanwalt. Ein guter Freund von Viktor Orbán und Zoltán Balog – steht in dem Artikel des Portals azonnali.hu.

 

Nach der Trauung vor der Deutschsprachigen Reformierten Gemeinde in der Hold utca: Pfarrerin Eszter Dani, Pfarrer Zoltán Balog, FDP-Generalsekretärin Nicola Beer, Jürgen Illing und Pfarrer Andreas Hannemann von der Frankfurter Nord-Ost-Gemeinde, der die Brautleute angehören. (Foto: Budapester Zeitung – Laurence Chaperon)

 

Doch habe die FDP-Politikerin vor der Abstimmung über den Sargentini-Bericht laut Spiegel eine Lobbyarbeit für Ungarn betrieben. Die Generalsekretärin soll laut Spiegel eine Kollegin versucht haben zu überzeugen, nicht für den Bericht zu stimmen.

Einem Spiegel Bericht zufolge verschone Beer Orbán etwa mit öffentlicher Kritik, nehme diesen in Schutz und habe versucht, Parteifreunde zu Orbáns Gunsten zu beeinflussen. Auch soll sie einen Anti-Orbán-Protest vor der Bundesgeschäftsstelle der FDP in Berlin verhindert haben.

Auf Anfrage des „Spiegels“ versuchte sie bereits, einige Punkte zu entkräften und erklärte  die Sache mit dem Anti-Orbán-Protest  so: „Wir in der FDP wollen keine negative Kampagne.“ Sie schrieb in einer kurzen Erklärung als Antwort auf die Spiegel-Vorwürfe :

Die Vorwürfe seien „falsch und haltlos“. Meine Sympathie gilt den Ungarn, nicht der Regierung. (…) Wir verdanken auch dem Mut der Polen, der Tschechen, der Ungarn unsere deutsche Einheit und die Erweiterung Europas. Das sollten wir bei aller Kritik nie vergessen.

Danach retweetete sie noch einen ihrer Tweets von vergangenem Dezember:


FDP hält am Sonntag ihren Parteitag. Dort will sich Beer zur Spitzenkandidatin für die Europawahl wählen lassen. Viele sind aber von ihrer Erklärung nicht überzeugt:

„Als designierte Spitzenkandidatin muss Frau Beer eindeutig gegen Orbán und seine Politik Position beziehen“, forderte die ehemalige FDP-Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

(Via: azonnali.hu, diewelt.de, spiegel.de, Beitragsbild: nicola-beer.de)